Coenzym Q10 (Ubichinon) - wichtig für die Energieproduktion in der Zelle
Coenzym Q10 ist von essentieller Bedeutung bei den energieproduzierenden Zellreaktionen und kommt daher in großen Mengen in Herz, Nieren und Leber vor. Es besteht aus einem Ringsystem und einer isoprenoiden Seitenkette mit 10 Isopreneinheiten, wodurch eine gute Verteilung und Mobilität in der Lipidphase der Zellmembran gewährleistet ist.
Vorkommen
Coenzym Q10 oder Ubichinon kommt, wie schon der Name sagt, ubiquitär in pflanzlichen und tierischen Organismen vor.
Neben Fleisch (3-4mg/100g), Eiern und Fisch (6,5mg/100g) sind vor allem kaltgepresste Pflanzenöle wie Olivenöl (3mg/100g), Rapsöl und Weizenkeimöl reich an Ubichinon.
Wirkung
Ubichinon ähnelt in seiner chemischen Struktur den fettlöslichen Vitaminen E und K und kann vom menschlichen Körper durch die Nahrung aufgenommen oder endogen synthetisiert werden. Vorstufe für den Benzochinonanteil im Ubichinonmolekül ist Tyrosin bzw. Phenylalanin, die Methylgruppen stammen aus Methionin und die isoprenoide Seitenkette wird über die Mevalonsäure gebildet.
CoQ10 hat eine zentrale Funktion bei der Energieproduktion in der Atmungskette und garantiert die ATP-Versorgung der Muskelzellen sowie die kardiale Leistungsfähigkeit. Es fungiert als Elektronenüberträger zwischen den Flavoproteinen (FMN, FAD) und Cytochromen. CoQ10 regeneriert membrangebundenes Vitamin E auf ähnliche Weise wie Vitamin C und zählt zu den wichtigsten Antioxidanzien. Ebenso wie Vitamin E hemmt CoQ10 die Lipidperoxidation. Es stärkt das Immunsystem, wirkt kardioprotektiv und führt in hohen Dosen zur Senkung der Plasmacholesterinkonzentration.
Mangelsymptome
Reine Ubichinonmangelzustände wurden beim Menschen bisher nicht mit Sicherheit nachgewiesen. Es kommt zu Störungen in der Atmungskette, zu Störungen im Immunsystem und es besteht ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer, KHK, Krebs, Parkinson. Eine Verbindung zwischen Ubichinon und Hypertonie wird diskutiert. Im Tierversuch konnte man bei Ubichinon- u. Vitamin E-Mangel eine Abnahme der Aktivität der Schilddrüse beobachten.
Ursachen für einen Ubichinonmangel können sein: alimentärer Mangel an Phenylalanin, Zerstörung der Ubichinone durch eine gesteigerte Lipidperoxidation, Mangel an den bei der Biosynthese des Ubichinons beteiligten Vitamine (Niacin, Pyridoxin, Pantothensäure, Folsäure, Vitamin B12), Alter, Leistungssport, Rauchen, Stress, Arzneimittel (Adriamycin, Beta-Blocker, CSE-Hemmer, L-Dopa, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva), ischämische Herzerkrankungen, AIDS, Krebs, Muskeldystrophien, Parkinson;
Interaktionen
- Cholesterin-Synthese-Enzym-(CSE)-Hemmer, wie Lovastatin und Simvastatin, verhindern über die Hemmung der Mevalonsäuresynthese nicht nur die Bildung von Cholesterin, sondern auch die des körpereigenen CoQ10 (die Seitenkette wird über die Mevalonsäure eingeführt) und verschiedener Selenoproteine. Daher ist es durchaus sinnvoll bei langzeitiger Einnahme von Statinen, dem Körper Coenzym Q10 in Form von Nahrungsergänzungen zuzuführen.
Hemmung der HMG-CoA-Synthase durch CSE-Hemmer nach Uwe Gröber
- Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit mit Vitamin K kommt es bei Einnahme großer Dosen von CoQ10 gelegentlich zu einer Wirkungsverringerung von Phenprocoumon und Warfarin (Dosisanpassung!).
- Durch Doxorubicin (Adriamycin), Propranolol (Beta-Blocker), L-Dopa, Phenothiazine, trizykl. Antidepressiva wird der CoQ10-Status gesenkt (Kardiotoxizität).
Die Interaktionen sind auf PharmXplorer Office / Beratung ausführlich verfügbar
http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/modules/index.php?controller=Orthomolekulare;action=suche
Bedarf
15-30 mg
Schätzwert
Da Coenzym Q10 im Körper synthetisiert wird, scheint der tägliche Bedarf nicht von Bedeutung zu sein.
Im Alter sinkt jedoch der CoQ10-Gehalt im Blut, Herzmuskel und anderen Organen deutlich ab. Zum Ausgleich der verminderten endogenen Biosynthese empfiehlt sich daher beim älteren Menschen eine tägliche Substitution von 15-30mg CoQ10.
Unerwünschte Wirkungen
Bisher konnten auch in der Langzeittherapie mit CoQ10 keine Nebenwirkungen beobachtet werden.
Literatur
Bässler, Karl-Heinz et al., Vitamin-Lexikon, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, u.a., 1992.
Elmadfa, Ibrahim; Leitzmann, Claus; Ernährung des Menschen, 2.,überarb. Aufl., Verl. Eugen Ulmer, Stuttgart, 1990.
Ensminger, Audrey H. et al., Foods&Nutrition Encyclopedia, 2.Edition, CRC Press, Boca Raton, u.a., 1994.
Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.
Gröber, Uwe; Arzneimittel und Mikronährstoffe, Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2007.
Jungmayr, Petra; Bericht von der 4. Jahrestagung der GD in Frankfurt: Dermopharmazie - Dermatologie im Wandel, DAZ, 00/24, (15-06-2000). (http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/DAZ/).
Tags: Antioxidans, Energieproduktion, Immunsystem, Mikronährstoff, Orthomolekulare Medizin





