Idronoxil – hilft die Therapieresistenz bei Eierstockkrebs zu überwinden
Die Struktur des neuen Wirkstoffs Idronoxil zeigt, dass es eine hohe Ähnlichkeit mit dem natürlich vorkommenden Isoflavon Genistein besitzt. Das Phytoöstrogen Genistein, das in Soja und Rotklee vorkommt, ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, kann Zellzyklusblockade induzieren und letztlich bei humanen Krebszellen eine Apoptose auslösen.
Systematische Variation des Substitutionsmusters von Genistein führte letztlich zur Entwicklung von Idronoxil, bei dem ein höheres zytostatisches Potential entdeckt wurde. Weiters zeichnet sich Idronoxil durch eine verbesserte Resorption aus und letztlich aber auch durch substantiell andere pharmakologische Eigenschaften. Vergleichbar ist jedoch nach wie vor das gute Sicherheitsprofil. Idronoxil gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die als multiple Signaltransduktions-Regulatoren („MSTRs“) bezeichnet werden. So ist bekannt, dass Fehlfunktionen an Schlüsselstellen im Signaltransduktionswegen Entartungen auszulösen imstande sind, die letztlich zur Bildung von Krebs führen können. Der Modulator Idronoxil greift nun ausgesprochen subtil in diese fatalen Signalkaskaden ein, die zwischen Überleben und Tod der Zelle wirksam sind. Dabei bewirken Verbindungen wie Idronoxil ein Kippen zugunsten eines kontrollierten Zelltods. Aus präklinischen Studien an epithelialen Eierstockkrebszellen ist weiters bekannt, dass Idronoxil einen vermehrten Abbau des sogenannten „X-linked inhibitor of apoptosis“ (XIAP) auslöst und damit den programmierten Zelltod beschleunigt. Zu diesen genannten Effekten kommt noch, dass Idronoxil zu einer Zellzyklusblockade führen kann und darüber hinaus auch antiangiogenöse Eigenschaften besitzt. Klinische Studien belegen bislang, dass Idronoxil ein exzellentes Sicherheitsprofil aufweist. Als Nebenwirkung traten bei i.v. Gabe in wenigen Fällen eine geringgradige Übelkeit, Unverträglichkeitsreaktionen und transiente Thrombozytopenie auf. Bei oraler Verabreichung konnten maximale Tagesdosen von 800mg gegeben werden. Bei wenigen Patienten kam es dabei zu milder Diarrhoe. Bislang zeigte sich Idronoxil in Phase II Studien als Monotherapeutikum beim fortgeschrittenen Hormon-refraktären Prostatakarzinom wirksam. Pharmakologische Studien zeigten außerdem, dass Idronoxil imstande ist, Krebszellen für eine Chemotherapie sensitiver zu machen. Besonders auffällig war die Steigerung der Sensibilität bei Platin-resistenten Eierstockkrebszellen. Derzeit läuft hinsichtlich dieser Wirkung eine multizentrische, doppelblinde Phase III Studie (OVATURE, OVarian Tumor Response), die ursprünglich an Kliniken in Australien und Großbritannien gestartet wurde und dann auf Kliniken in den USA und Europa erweitert wurde, sodass letztlich mehr als 60 Kliniken teilnehmen. Erste Zwischenergebnisse belegen, dass Idronoxil berechtigte Hoffnungen weckt, zu einer effizienteren Chemotherapie bei Platin-resistenten Eierstockkrebs zu gelangen.
Autor:
Ao. Univ.-Prof., Dr. rer. nat., Mag. pharm. Helmut Spreitzer
Hersteller:
Marshall Edwards Inc.
Quellen:
Drugs of the Future 2008, 33(10), 844-860; http://www.news-medical.net/?id=24600; http://www.marshalledwardsinc.com/index03.cfm?section=03.

