Orthomolekulare Medizin – Allergien
Allergien sind durch Überreaktionen des Immunsystems auf fremde Stoffe, so genannte Allergene gekennzeichnet. Diese bewirken eine Freisetzung von Entzündungsmediatoren (Histamin, Leukotriene, Prostaglandine) aus immunkompetenten Zellen (Mastzellen, basophile Zellen), die wiederum zu Symptomen wie Bronchienverengung, Juckreiz und Blutdruckabfall führen. Im Falle des Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege mit Hyperreagibilität des Bronchialsystems und variabler Atemwegsobstruktion, während bei der allergischen Rhinitis die Schleimhäute der Augen, Nase und der Luftröhre betroffen sind. Auslöser für die Entzündungsreaktion sind oft Schadstoffe in der Luft (SO2, NO2, Ozon), Pollen, Hausstaubmilbe, Tierhaare, Federn und Schimmelpilze.
Kreuzallergien
Gleichzeitig zur Pollenallergie kann auch eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegen. Birkenpollenallergiker vertragen häufig kein Kern- und Steinobst, wie Nüsse, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Mandeln und Pfirsiche. Seltener werden exotische Früchte wie Kiwi oder Avocado nicht vertragen. (Gekochtes Obst wird jedoch meist vertragen, da der allergen wirkende Bestandteil beim Erhitzen scheinbar zerstört wird).
Bei Beifußallergikern liegt oft eine Sellerie-Allergie vor. Kreuzreaktionen können bei Kamille, Löwenzahn, Sonnenblumenkernen, Pfeffer, Tomaten, Paprika, Karotten, Fenchel, Anis, Koriander Liebstöckel, Kümmel, Petersilie, Dill, Basilikum, Majoran, Oregano und Thymian auftreten.
Bei den Gräser- oder Getreidepollenallergikern wurden bisher Reaktionen auf Tomate, Pfefferminze, Sojabohne und Erdnuss nachgewiesen.
Anwendungsmöglichkeiten von Mikronährstoffen
Neben der klassischen Asthmatherapie kann die adjuvante Gabe von antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen, wie L-Glutathion und Vitamin C (die durch das Entzündungsgeschehen vermehrt verbraucht werden), das Krankheitsbild günstig beeinflussen. Die Zufuhr von Magnesium führt zu einer deutlichen Bronchodilatation und allgemeinen Verbesserung der Lungenfunktion, was seine Ursache möglicherweise in dem durch ß2-Sympathomimetika jatrogen erniedrigten Magnesium-Serumspiegel haben könnte. Durch die Gabe von Omega-3-Fettsäuren lässt sich die Leukotriensynthese modifizieren und dadurch die Symptomatik des Asthma bronchiale günstig beeinflussen (aus Eicosapentaensäure entstehen im Gegensatz zur Arachidonsäure die nur sehr schwach entzündungsfördernden Leukotriene der Serie 5). Weiters zeigten auch Vitamin B6 und Vitamin B12 einen positiven Einfluss auf die Asthmasymptomatik.
Bei der allergischen Rhinitis reduzieren Vitamin C und Bioflavonoide durch ihre membranstabilisierenden Eigenschaften die Freisetzung von Histamin und anderer proinflammatorischer Mediatoren. Zink besitzt ebenfalls antiallergische, antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften.
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Nährstoffempfehlungen bei allergischer Rhinitis
Nährstoff |
Empfohlene Tagesdosis |
Kommentare |
| Vitamin C | 2-5 g | Vitamin C stabilisiert die Mastzellen und senkt den Histaminblutspiegel. |
| Quercetin | 500-1000 mg | Bioflavonoide wie Quercetin haben stabilisierende Wirkung auf die Zellen der Schleimhaut. |
| Zink | 15-25 mg/Tag (als Histidin, oder Orotat) | In physiologischer Konzentration hemmt Zink die Histaminausschüttung aus den basophilen Granulozyten und Mastzellen. |
| Vitamin E | 200-500I.E. | Serum-IgE-Spiegel u. Atopieneigung sinkt; entzündungshemmend über Eicosanoidkaskade; |
| Omega-3-Fettsäuren | 1,5-4g | Durch die Gabe von Omega-3-Fettsäuren, wie Eicosapantaensäure (EPA), lässt sich die Allergie, vor allem wenn Asthma mit im Spiel ist, günstig beeinflussen. |
| Betacarotin | 15-60mg | wirkt positiv auf das Immunsystem; |
| Vitamin B3 Niacin/Niacinamid | 50-300mg | Niacin verlangsamt die Histamin-Freisetzung; |
| Vitamin B6 | 50mg | bringt Immunsystem ins Gleichgewicht, reduziert allergische Symptome; |
| Vitamin B2 | 50mcg | |
| Vitamin B5 (Pantothensäure) | 100-500mg | reduziert allergische Symptome, im besonderen nasale Blutstauungen; |
| Calcium | 500-1500mg (als Lactat, Gluconat, Citrat) | Ca spielt eine Rolle bei der Erhaltung und Stabilisierung der Zellmembranen; es reduziert die durch Histamin induzierte Quaddelbildung; |
| Magnesium | 300-500mg (als Aspartat, Citrat) | bei schon geringfügigem Mg-Mangel erhöht sich die Empfindlichkeit gegenüber Allergien; |
| Selen | 100-200mcg | Als Cofaktor der Glutathionperoxidase ist Se an der Hemmung entzündungsfördernder Prostaglandine und Leukotriene beteiligt. |
| Gammalinolensäure | 4-6 Kps. Nachtkerzenöl | reduziert Entzündungen und Blutstauungen, bringt Immunsystem ins Gleichgewicht; |
Literatur
- Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.
- Zimmermann, Michael; et al.; Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, Heidelberg, 2000.
- Hofinger, Karin; Mikronährstoffe bei Heuschnupfen, ÖAZ, 60, 7, 348-350 (27.3.2006).
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