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Orthomolekulare Medizin - Zusammenhänge zwischen Mikronährstoffen und Depression

Zur Aufrechterhaltung einer guten Gesundheit benötigt der Mensch laut Linus Pauling die Zufuhr der „richtigen Moleküle” beziehungsweise der lebensnotwendigen Nährstoffe in Konzentrationen, wie sie normalerweise in den Körperzellen vorkommen. Diese Nährstoffe bilden die Voraussetzung für die physiologischen Vorgänge in den Zellen und für eine optimale Leistungsfähigkeit des Organismus. Die orthomolekulare Medizin stellt keine Alternative zur Schulmedizin dar, sondern wird als begleitende Maßnahme, im Kontext mit einer gesunden Ernährung und Lebensführung, eingesetzt. Sie bedient sich wissenschaftlicher Methoden und versucht durch Beratung in Ernährungsfragen die Bevölkerung zur Selbstverantwortung in Gesundheitsbelangen hinzuführen und dadurch der Entstehung von chronischen Erkrankungen, hier wird die Thematik der Depressionen behandelt, vorzubeugen.

Unter Depression versteht man eine seelische Störung im Sinne einer gedrückten, pessimistischen Stimmungslage, die von normaler Traurigkeit (ausgelöst durch Verlust oder Trauer) bis hin zu einem starken Gefühl der Hoffnungslosigkeit mit Angstzuständen und Selbsttötungstendenzen reichen kann. Die Erkrankung äußert sich in trauriger Verstimmtheit, Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, niedrigem Selbstwertgefühl und der Unfähigkeit Dinge zu genießen, die einem sonst Freude bereiten. Depressionen können das Alltagsleben stark beeinträchtigen und in schweren Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Die Ursache für Depressionen findet sich häufig in einem gestörten Gleichgewicht der natürlichen Botenstoffe im Gehirn, durch die sich die Nervenzellen miteinander verständigen. Niedrige Werte von bestimmten Überträgerstoffen, wie Serotonin und Noradrenalin, können Depressionen auslösen.

Ernährungsempfehlung

  • Mangelhafte Ernährung kann Depressionen auslösen, weil der Körper nicht mit jenen Nährstoffen versorgt wird, die er für den Aufbau von Botenstoffen im Gehirn benötigt und dadurch eine optimale Gehirnfunktion nicht gewährleistet ist.
  • Andererseits kann der durch Depressionen hervorgerufene Appetitmangel zu Nährstoffmängeln führen.
  • Auch durch Krankheit und Stress bedingte Nährstoffmängel können zu Depressionen führen.
  • Kleine Mengen an Koffein können die Stimmung heben, übermäßiger Koffeinkonsum kann jedoch das Nervensystem belasten und Depressionen und Angstzustände hervorrufen.

Besondere Hinweise

  • Regelmäßige sportliche Betätigung im Freien (30 Minuten, 3 - 4 mal pro Woche) regt die Produktion von natürlichen Substanzen im Gehirn an, die das Wohlbefinden steigern und die Stimmung heben.
  • Versuche der Aufmunterung oder des Wegdiskutierens der Symptome sollte man unterlassen.
  • Die Möglichkeit einer Psychotherapie und ärztlicher Begleitung sollte unbedingt in Betracht gezogen werden.

Anwendungsmöglichkeiten von Mikronährstoffen

Phenylalanin und Tyrosin liefern dem Körper den Benzolring, der für die Synthese der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin u. Adrenalin benötigt wird und die essenzielle Aminosäure Tryptophan ist Vorläufer des Neurotransmitters Serotonin, das eine Rolle bei der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus, der Befindlichkeit und Stimmungslage spielt.  Schon geringfügige Mängel an B-Vitaminen können speziell bei älteren Menschen eine Depression hervorrufen. Da Depressionen meist mit niedrigen Zink-, Magnesium- und Vitamin C-Serumspiegeln vergesellschaftet sind, führt die Zufuhr dieser Mikronährstoffe häufig zu einer Verbesserung des Zustandsbildes. Eine Supplementierung mit S-Adenosyl-Methionin (SAM) erhöht bei depressiven Patienten die Serumspiegel von Serotonin, Dopamin und Phasphatidylserin und könnte ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von depressiven Verstimmungen bei Parkinson-Patienten sein, bei denen es in Folge einer L-Dopa induzierten Entleerung des SAM-Pools zu einer Absenkung der Methionin- und SAM-Plasmaspiegel und zu einem Anstieg des Homocystein-Spiegels kommt. Durch Johanniskrautextrakt kommt es zu einer Vermehrung der Neurotransmittermenge, einer Verminderung des Cortisolanstiegs bei Stress, zu einer Beeinflussung der Rezeptorbindungen (glutaminerger Rezeptoren) im ZNS und zu einer Steigerung der Melatoninsekretion, sowie zu einer Hemmung der präsynaptischen Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme.

Anwendungsmöglichkeiten von Mikronährstoffen in der orthomolekularen Medizin sind auf PharmXplorer-Office ausführlich verfügbar

Nährstoffempfehlungen bei Depressionen

Nährstoff

Empfohlene Tagesdosis

Kommentare
L-Tryptophan

1500 - 3000 mg

kann bei leichten bis mittelschweren Depressionen in Kombination mit Niacinamid und bei Prämenstruellem Syndrom vom Zeitpunkt der Ovulation bis zum dritten Tag der Menstruation eingesetzt werden;

D,L-Phenylalanin

L-Tyrosin

100-500mg Phenylalanin

Phenylalanin u. Tyrosin können als Vorläufersubstanzen zentraler Botenstoffe auch eine positive Wirkung auf die Stimmung ausüben.

Vitamin B1

50 mg

Geringfügige Mängel an Vit.B1, Vit.B2, Vit.B3, Vit.B6 und Folsäure können Depressionen hervorrufen.

Vitamin B2

50 mg

Vitamin B3

Vitamin B6

50 mg

Folsäure

0,4 mg

Vitamin B12

Vit.B12 ist besonders wirksam bei älteren Menschen, die unter Erschöpfung und Depressionen leiden.
Biotin

Ein Mangel an Biotin kann zu neurologischen Störungen wie Depressionen und Panikzuständen führen.

Magnesium

600 mg

Medikamente, Krankheit und Stress können die Reserven an Mg erschöpfen und Depressionen, innere Unruhe und Reizbarkeit hervorrufen.

S-Adenosyl-methionin (SAM)

4xtägl. 400mg

Eine Substitution mit SAM erhöht bei depressiven Patienten die Serotonin-, Dopamin- und Phosphatidylserinspiegel und senkt die Prolaktinspiegel.

Vitamin C

2 - 6 g

Schon ein leichter Mangel kann chronische Depressionen, Reizbarkeit und Erschöpfungszustände verursachen.

Vitamin D

10 -20 mcg

Wirkt vor allem bei saisonal bedingten Depressionen.
Calcium

1000 mg

Zink

30 -60 mg

Zinkmangel tritt bei Depressionen häufig auf.

Zusatzempfehlung

Johanniskraut

300 -600 mg Trockenextrakt

Johanniskraut zeigt eine gute stimmungsaufhellende Wirkung. Wegen der photosensibilisierenden Eigenschaft sollte während der Einnahme eine intensive Sonnen- bzw. UV-Bestrahlung vermieden werden. Weiters ist zu beachten, das Johanniskraut die Leberenzyme beeinflusst und es daher zu einer Wechselwirkung mit Arzneimitteln, die über die Leber abgebaut werden, kommen kann.

Eine Kombination mit anderen beruhigend wirkenden Heilkräutern wie Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Passionsblumenkraut ist sinnvoll.

Literatur

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Zimmermann, Michael; et al.; Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, Heidelberg, 2000.

Schilcher, Heinz; Kammerer Susanne; Leitfaden Phytotherapie, 2. Auflage, Urban&Fischer, München, Jena, 2003.

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