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Omega-6-Fettsäuren (Gamma-Linolensäure, Linolsäure) - bei Allergien, Fettstoffwechselstörung, Neurodermitis und prämenstruellem Syndrom

Omega-6-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, bei denen die erste Doppelbindung vom Carboxyl-Ende aus gerechnet an Position 6 liegt. In der Orthomolekularen Medizin werden Gamma-Linolensäure (Nachtkerzenöl, Borretschöl) und Linolsäure (Leinöl) bei Allergien, Fettstoffwechselstörungen, Neurodermitis, Akne, Ekzemen, Hyperaktivität und prämenstruellem Syndrom eingesetzt.

Die wichtigsten Omega-6-Fettsäuren sind die: Linolsäure, Gamma-Linolensäure, Dihomo-gamma-Linolensäure, Arachidonsäure;

Weitere Beispiele für Omega-6-Fettsäuren sind: Calendulasäure, Eicosadiensäure, Dihomogammalinolensäure, Docosadiensäure, Docosatetraensäure, Docosapentaensäure

Omega-6-Fettsäuren sind wesentliche Bausteine aller Zellmembranen und gleichzeitig Ausgangssubstanzen für die körpereigene Synthese jener Eicosanoide (Prostaglandine und Thromboxane der Serie 2 und Leukotriene der Serie 4), die  entzündungsfördernde, Gefäß verengende, immunsuppressive und gerinnungsfördernde Eigenschaften besitzen. Daher spielt bei der alimentären Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren das richtige Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren eine bedeutende Rolle.

Das Verhältnis von Omega-6-FS : Omega-3-FS dürfte bei unseren Vorfahren ungefähr 4 : 1 betragen haben. Erst durch Ackerbau, Masttierhaltung und der Industrialisierung von Lebensmitteln stieg der Anteil an gesättigten-, Omega-6- und Trans-Fettsäuren. Laut Studien von Bang und Dyerberg leiden Eskimos, die sich sehr fett von Fisch, Robben und Walfleisch und mit wenig Obst und Gemüse ernähren, kaum an Herz-Kreislauferkrankungen, Fettstoffwechselentgleisungen und entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Ekzemen und Neurodermitis. Der Grund dafür ist das dortige Nahrungsverhältnis der Omega-6-FS : Omega-3-FS von 1 : 1.

Die Deutsche-Österreichische-Schweizerische Gesellschaft für Ernährung fordert ein physiologisches Verhältnis von höchstens 5 : 1 von Omega-6-FS : Omega-3-FS auf Dauer.

Vorkommen

Gamma-Linolensäure: Borretschöl (20g/100g), Nachtkerzenöl (9g/100g), Sonnenblumenöl (0,5g/100g), Maiskeimöl (1g/100g);

Linolsäure: Sonnenblumenöl (63,0g/100g), Sojaöl, Distelöl (75,1g/100g),  Leinöl (12-24g/100g), Pflanzenmargarine (17,6g/100g), Diätmargarine;

Bedarf

Gamma-Linolensäure:

  • Kinder von 4 bis 10 Jahren: 150-300 mg
  • Erwachsene: 400-1000 mg

Die Dosierung bezieht sich auf Nachtkerzenöl;

Linolsäure:

  • Kinder bis 0.5 Jahre: 2-3 g
  • Kinder von 0.5 bis 1 Jahr: 3 g
  • Kinder von 1 bis 4 Jahren: 4 g
  • Kinder von 4 bis 10 Jahren: 5-6 g
  • Kinder älter als 10 Jahre: 7-8 g
  • Erwachsene: 10 g
  • Schwangere ab dem 4. Schwangerschaftsmonat: 11 g
  • Stillzeit: 13g

Das Verhältnis omega-6 : omega-3 sollte < 5 : 1 sein;

Wirkung

Gamma-Linolensäure: GLA ist für die normale Entwicklung des peripheren und zentralen Nervensystems und für die Immunfunktion von Bedeutung. Sie spielt eine Rolle bei der Synthese entzündungshemmender und vasodilatatorischer Prostaglandine (PGE1). - Ein Defizit an PGE1 wird mit einer erhöhten Neigung zu Neurodermitis und prämenstruellem Syndrom in Verbindung gebracht. (Linolsäure wird im Organismus unter Beteiligung von Vitamin B6, Magnesium, und Zink durch das Enzym delta-6-Desaturase in GLA umgewandelt. Ein Enzymdefekt der delta-6-Desaturase könnte zu niedrigen GLA-Konzentrationen führen und damit zu einem Defizit an PGE1 und erhöhter Atopieneigung). Es ist nur eine langfristige Einnahme sinnvoll.

Linolsäure: LA ist eine essentielle Omega-6-FS, welche Ausgangsbasis für GLA aber auch für Arachidonsäure ist.

stoffwechsel-der-omega-6-fettsauren

Mangel

Gamma-Linolensäure: Bei einem Mangel kann es zu erhöhter Atopieneigung, Dermatitis, Hautekzemen, Wundheilungsstörungen, Anämie (erhöhte Erythrozytenfragilität), Infektanfälligkeit, Neuropathien und Wachstumsretardierung kommen. - Ursachen für einen Mangel an gamma-Linolensäure können sein: erhöhter Bedarf (Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum), Defekt des Enzyms delta-6-Desaturase, Diabetes, Neurodermitis, Multiple Sklerose.

Linolsäure: Bei einem Mangel kann es zu Dermatitis, Wachstumsretardierung, eingeschränkter Reproduktion, Nierenabnormalitäten, zu einer Störung der visuellen Entwicklung und der kognitiven Leistung kommen.

Unerwünschte Wirkungen / Toxizität

Gamma-Linolensäure: Bei Patienten mit manisch-depressiven Störungen kann die Zufuhr von GLA das Krankheitsbild verschlechtern. Bei Epileptikern ist das Risiko zur Auslösung epileptischer Anfälle erhöht.

Linolsäure: Da die Linolsäure auch als Vorstufe von Arachidonsäure fungiert, ist ein Zuviel an Omega-6-FS mit einem erhöhten Asthmarisiko verbunden. Eine hohe Zufuhr von Omega-6-FS erhöht das Risiko für Prostatakarzinom.

Über Anwendungsmöglichkeiten von Omega-6-Fettsäuren lesen Sie mehr bei PharmXplorer Office/Beratung/Mikronährstoffe.

Literatur

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Biesalski, Hans Konrad; et al.; Ernährungsmedizin, 3., erweit. Aufl., Georg Thieme Verlag, Stuttgart, u.a., 2004.

Schlieper Cornelia A., Grundfragen der Ernährung, 17., aktual. Aufl., Verl. Dr. Felix Büchner, Hamburg, 2004.

Kompek, Albert; “Gute und schlechte” Fette, ÖAZ, 59,20,952-956. (26.09.2005).

DAZ 01/30, Ungesättigte Fettsäuren: Ein Zuviel kann Asthma auslösen, (26-07-2001) Quelle: Thorax 2001, Vol. 56, Nr. 8, S. 589-595. (http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/DAZ/).

Kelavkar UP; Prostate tumor growth and recurrence can be modulated by the omega-6:omega-3 ratio in diet: athymic mouse xenograft model simulating radical prostatectomy, Neoplasia. 2006 Feb;8(2):112-24. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?DB=pubmed).

Bang H O, Dyerberg J, Sinclair H M: The composition of the Eskimo food in north western Greenland. Am J Clin Nutr 1980; 33: 2657 - 2661.

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