Ulipristalacetat (Ellaone®) - zur postkoitalen Notfallkontrazeption
Ulipristalacetat, ein oral wirkender synthetischer Progesteron-Rezeptor-Modulator mit Bindung am menschlichen Progesteron-Rezeptor, ist unter dem Präparatenamen Ellaone® zur Notfallkontrazeption innerhalb von 120 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr, bzw. Versagen des Empfängnisschutzes zugelassen. Die neue „Pille danach” wird vorläufig in Deutschland, Frankreich und Großbritannien am Markt erhältlich sein.
Kurzinformation
Ellaone®
Wirkstoffgruppe synthetischer Progesteron-Rezeptor-Modulator;
Wirkmechanismus Hemmung oder Verzögerung der Ovulation; Beeinflussung des Endometriums;
Indikation ungeschützter Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Kontrazeption
Nebenwirkungen Bauchschmerzen, Menstruationsunregelmäßigkeiten; Infektionen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen, Dysmenorrhö, Menorrhagie, Metrorrhagie, Müdigkeit;
Interaktionen
- CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Ritonavir, Johanniskraut) können die Plasmakonzentration von Ulipristalacetat herabsetzen;
- Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den pH-Wert im Magen erhöhen (Protonenpumpenhemmer, Antazida, H2-Antagonisten) kann die Plasmakonzentration von Ulipristalacetat vermindert werden;
- Durch stark wirksame CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol, Itraconazol, Telithromycin, Clarithromycin, Nefazodon) kann die Plasmakonzentration von Ulipristalacetat erhöht werden - die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung ist nicht bekannt;
- Gestagenhaltige Arzneimittel werden in ihrer Wirkung durch Ulipristalacetat beeinträchtigt;
Kontraindikationen Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Schwangerschaft, Stillzeit,
Dosierung 30 mg
Ulipristalacetat
Ulipristalacetat wirkt als Modulator am Progesteron-Rezeptor sowohl antagonistisch als auch partiell agonistisch und hindert das Sexualhormon Progesteron daran seine Wirkung zu entfalten. In der Folge wird die Synthese jener Proteine unterdrückt, die für den Beginn und Erhalt einer Schwangerschaft notwendig sind. Es wird einerseits der Eisprung verhindert und andererseits kommt es möglicherweise auch zu Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut, welche die Nidation des Eis erschweren.
In verschiedenen Studien ergab der Vergleich der Schwangerschaftsquote nach Einnahme von Ulipristalacetat und nach Einnahme von Levonorgestrel unterschiedliche Ergebnisse. Während bei Creinin et al. die Wirksamkeit von 50 mg Ulipristalacetat vergleichbar war mit jener von 1,5 mg Levonorgestrel, ergaben die Ergebnisse anderer Studien kontroverse Befunde. Als Vorteil gegenüber Levonorgestrel ist zu werten, dass Ulipristalacetat bis zu 5 Tagen nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann.
Art der Anwendung
- Eine Tablette Ellaone wird so bald als möglich und nicht später als 120 Stunden (5 Tage) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Kontrazeption eingenommen.
- Die Tablette kann zum Essen oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden
- Bei Erbrechen innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme von Ellaone sollte eine weitere Tablette eingenommen werden.
- Ellaone kann zu jedem Zeitpunkt während des Menstruationszyklus eingenommen werden.
- Eine bereits bestehende Schwangerschaft muss bei der Anwendung des Arzneimittels ausgeschlossen sein.
In Österreich zugelassene Präparate zur Notfallkontrazeption
Levonorgestrel (Vikela®, Postinor®)
Literatur
Neue Arzneimittel, Information der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). (www.akdae.de)
EMEA European Medicines Agency, 2009, EMEA/H/C/1027, Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht (EPAR) Ellaone (http://www.emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/ellaone/H-1027-de1.pdf)
EllaOne: Neue „Pille danach” auf dem Markt, Pharmazeutische Zeitung online, 38/2009. (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30956)
Creinin MD, et al., Progesterone receptor modulator for emergency contraception: a randomized controlled trial, Obstet Gynecol. 2006 Nov;108(5):1089-97.
Tags: "Pille danach", Empfängnisverhütung, Notfallkontrazeption, Progesteron-Rezeptor-Modulator




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Abortivum durch die Hintertür ??? Ellaone ist der Abtreibungspille MIFEGYNE chemisch verwandt.Im Tierversuch kann die Gabe von Ulipristalacetat zu einer Fehlgeburt führen !!! Weil in Deutschland jeder approbierte Arzt Ellaone ohne Einschränkung verschreiben darf, wird dem Mißbrauch Tür und Tor geöffnet. Ich erinnere an Cytotec, ein Prostaglandinsynthesehemmer, der bei Magenschleimhautentzündung verordnet wurde und ebenfalls zur Abtreibung mißbraucht wurde.Der Hersteller Pfizer hat inzwischen Cytotec in Deutschland vom Markt genommen.Die Zulassung von Ellaone unterläuft das Schwangerschaftskonfliktgesetz; eine rechtliche Prüfung ist unabdingbar. H.R.Kowanz