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Chrom - ein essenzielles Spurenelement

Chrom ist ein lebensnotwendiges Spurenelement (ein Schwermetall), das dem Körper über die Nahrung zugeführt werden muss. Von den beiden Oxidationsstufen Cr(III) und Cr(VI) kann nur die erste biologisch aktiv werden, Cr(VI) ist toxisch. Da Chrom viele wichtige Funktionen im menschlichen Körper unterstützt, wird es neuerdings vermehrt in der Orthomolekularen Medizin eingesetzt, die Anwendung sollte aber speziell wenn die Zufuhr über physiologische Dosen hinausgeht, unter ärztlicher Begleitung erfolgen.

Vorkommen

Größere Mengen an verfügbarem Chrom (an organische Moleküle gebunden) enthalten Bierhefe (20-200µg/100g), Kalbsleber (55µg/100g) und Weizenkeime (23µg/100g).

Lebensmittel mit höheren Cr-Gehalten sind Weizenvollkornbrot (49µg/100g), Mais (32µg/100g), Kartoffel (3µg/100g), Schweinekotelett (10µg/100g), Hammelfleisch (4µg/100g), Zwiebel (16µg/100g), Hühnerei (5-50µg/100g), Roggenbrot (25µg/100g), Austernpilze (7,4µg/100g), Äpfel (4µg/100g).

Über die Aufnahme von Chrom ist nur wenig bekannt. Anorganisches Chrom wird zu einem geringen Anteil von höchstens 1% resorbiert. Die Resorption erfolgt offensichtlich überwiegend an Aminosäuren gebunden, passiv im oberen Teil des Dünndarms. Der Chromtransport erfolgt im Plasma an Transferrin gebunden und es wird größtenteils in Leber, Nieren, Milz, Lunge und Knochen gespeichert. Die Ausscheidung  erfolgt hauptsächlich über Stuhl und Urin. Die Halbwertszeit beim Menschen beträgt 3 Monate.

Bedarf

Minimal 20 μ-g

Kinder

  • Kinder bis 0.5 Jahre: 1-10 μ-g
  • Kinder von 0.5 bis 1 Jahr: 20-40 μ-g
  • Kinder von 1 bis 4 Jahren: 20-60 μ-g
  • Kinder von 4 bis 10 Jahren: 20-100 μ-g
  • Kinder älter als 10 Jahre: 20-100 μ-g

DACH 30-100 μ-g

Schwangerschaft 30-100 μ-g

Stillzeit 30-100 μ-g

Toxische Dosis 0,5-1,0* g

*letale Dosis bei Aufnahme von Dichromat

Wirkung

Für den therapeutischen Einsatz kommt nur Cr(III) in Frage, da Cr(VI) eine hohe Toxizität besitzt. Die wichtigste Funktion von Chrom liegt in der Interaktivität mit dem Glukosetoleranz-Faktor (GTF), wobei Chrom die Bindungsreaktion von Insulin und seinem spezifischen Rezeptor zu katalysieren scheint.

Chrom spielt eine zentrale Rolle

  • beim Kohlenhydratstoffwechsel
  • beim Insulinstoffwechsel (es kann die Glucosetoleranz verbessern, die zelluläre Glucoseaufnahme steigern und die Insulinresistenz vermindern)
  • beim Lipidstoffwechsel (es besitzt cholesterinsenkende und gleichzeitig HDL-erhöhende Eigenschaften)
  • bei der Herstellung von körpereigenen Eiweißen
  • für die Funktion der Schilddrüse

[Einige wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine weiterführende Forschung über ein Nutzen-Risiko-Verhältnis von Chromsupplementierung notwendig sei, da noch nicht alle Fragen geklärt zu sein scheinen. Neuere Studien ergaben, dass es sinnvoll ist Cr mit Vitamin C zu kombinieren, da dadurch die Hemmung des Enzyms Superoxiddismutase durch einen möglichen Cr-Überschuss verringert wird, und so der Schutz gegen Sauerstoffradikale eher erhalten bleibt.]

Mangel

Bei normaler Mischkost ist die Chromversorgung in Mitteleuropa ausreichend. Mangelzustände wurden bei Patienten mit langzeitiger totaler parenteraler Ernährung und bei älteren Personen mit einseitigen Essgewohnheiten beobachtet.

Mangelsymptome sind: schlechte Einstellbarkeit eines Diabetes mellitus, Anstieg des Gesamt-Cholesterins und der Triglyceride, Abfall des HDL-Cholesterins, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Heißhunger auf Süßes, periphere Neuropathien, Gewichtsverlust, Abnahme der fettfreien Körpermasse zugunsten der Fettmasse.

Unerwünschte Wirkungen / Toxizität

Cr(III) wird kaum resorbiert und ist daher weniger giftig, während Cr(VI), das besser resorbiert wird als giftig einzustufen ist. Cr-Vergiftungen spielen vor allem in der Arbeitsmedizin eine Rolle (Zement, Düngemittel, Holzschutzmittel, Insektizide).

Vergiftungserscheinungen sind: Allergien, Ekzeme, schwer heilende Ulzera (bei Hautkontakt); Reizung der Schleimhäute der Nase und der Atemwege, Lungentumore, Konjunktivitiden (bei Inhalation); Diarrhö, Magen- und Darmulzera, Krämpfe, Kreislaufkollaps, Nierenschäden, Hämolyse (bei oraler Aufnahme);

Bei akuten Vergiftungen soll viel Wasser getrunken und Ascorbinsäure gegeben werden (Aktivkohle wird nicht empfohlen).

Im Trinkwasser sind bis zu 50 mcg Chrom/l (Grenzwert) erlaubt, bis zu 200 mcg/l ist auch bei lebenslangem Genuss von Trinkwasser keine Gefährdung zu erwarten.

Interaktionen

Chrom kann den Insulin-Bedarf bei Diabetikern senken.

Durch Antazida, Calciumcarbonat, Zink, Vanadium, Phytate (z.B.Soja) und fettreiche Ernährung wird die Chrom-Resorption gehemmt.

Hoher Verzehr von einfachem Zucker steigert die Chrom-Ausscheidung.

Oxalat und Aminosäuren steigern die Chrom-Resorption.

Durch Fe-Mangel wird die Chrom-Aufnahme gesteigert.

Anwendungsmöglichkeiten von Chrom finden Sie bei PharmXplorer Office/Beratung/Mikronährstoffe.

Literatur

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Zimmermann, Michael; et al.; Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, Heidelberg, 2000.

Biesalski, Hans Konrad; et al.; Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, u.a., 2002.

Hogen, Hildegard; et al., Der Brockhaus Ernährung, 2. überarb. Aufl., F.A.Brockhaus, Mannheim, u.a., 2004.

Schwedt, Georg; Chrom Funktionen, Bioverfügbarkeit und Versorgung, DAZ 06/11, (16-03-2006). (http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/DAZ/).

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin: Vom Nutzen der Mikronährstoffe am Beispiel des Diabetes mellitus, DAZ 02/07, (14-02-2002), Quelle : Althuis, D. et al.: Am.J.Clin.Nutr. 76, 148-55, 2002. (http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/DAZ/).

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Mahmoud, Amany A.; Chromium -picolinate induced ocular changes: Protective role of ascorbic acid, Toxicology (2006), 226(2-3), 143-151. (www-ts.uni-graz.at/).

Kazamoto, Shingo; Nutritional supplements containing vitamin C and chromium, Jpn. Kokai Tokkyo Koho (2001). (www-ts.uni-graz.at/).

Gröber, Uwe; Arzneimittel und Mikronährstoffe, Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2007.

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