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Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM)

Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren werden mit SERM abgeküzt. Sie lösen nur einen Teil der Estrogenwirkungen aus und unterdrücken andere Wirkungen der Estrogene. Je nach Zielgewebe besitzen sie Estrogen-agonistische- oder Estrogen-antagonistische Eigenschaften. Daher werden diese Arzneistoffe als Estrogenrezeptor-Modulatoren bezeichnet.
Da die einzelnen SERMs spezifische Wirkprofile besitzen, haben sie auch unterschiedliche Indikationsgebiete. Strukturmäßig handelt es sich bei den SERMs ausschließlich um nichtsteroidale Moleküle.

Wirkmechanismus

Natürliche Estrogene und ihre Derivate aktivieren alle Estrogen-regulierenden Gene gleichermaßen, Estrogen-Rezeptor-Antagonisten inhibieren diese. Die SERM stimulieren jedoch nur einen Teil dieser Gene, da sie unterschiedliche Affinitäten zu den Estrogenrezeptor-Subtypen a + ß  (ERa + ERß) aufweisen und der Ligand-Rezeptorkomplex eine unterschiedliche Struktur aufweist.

SERM-Estrogenrezeptorkomplexe binden dann in weiterer Folge nicht an die gleichen DNA-Sequenzen wie die Estrogenrezeptorkomplexe im Kern. Der ERa-Rezeptor ist im Hypothalamus, Hypophyse, Brust und Gebärmutter lokalisiert, der ERß-Rezeptor findet sich im Hippokampus, den höheren Zentren des Zentralnervensystems, in den Knochen und Gefäßen.
Zu den SERM zählen Clomifen, Raloxifen, Tamoxifen, Toremifen, Bazedoxifen und Lasofoxifen
Clomifen, Tamoxifen und Toremifen werden bei den Antiestrogenen besprochen.

raloxifen-600Raloxifen

Präparat Fablyn®

Wirkstoffgruppe Selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator (SERM)

Wirkmechanismus Estrogenrezeptor-Agonist im Knochengewebe (Verminderung der Knochenresorption und Senkung des Spiegels biochemischer Marker des Knochenumbaus)

Indikation Osteoporoseprophylaxe in der Postmenopause

Nebenwirkungen Hitzewallungen, Venenthrombosen, Wadenkrämpfe, Periphere Ödeme

Interaktionen Warfarin: Leichte Verkürzungen der Prothrombinzeit
Cholestyramin:  Signifikante Verminderung von Resorption und enterohepatischem Kreislauf von Raloxifen

Kontraindikationen Thromboembolische Ereignisse in der Patientenvorgeschichte, Gebärfähige Frauen, Leber- und Nierenschäden, Ungeklärte Uterusblutungen

lasofoxifenLasofoxifen

Präparat Evista®

Wirkstoffgruppe Selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator (SERM)

Wirkmechanismus Bindung an Östrogenrezeptoren; Induktion von gewebe- und zellspezifischen Wirkungen in östrogenempfindlichen Geweben (agonistische Wirkung auf Knochen und antagonistische Wirkung auf die Brust);

Indikation Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko;

Nebenwirkungen Hitzewallungen, Muskelkrämpfe, venöse thromboembolische Ereignisse, Gliederschmerzen, Scheidenausfluss, endometriale Störungen, Magen/Darm, Hyperhidrose, Brustbeschwerden;

Interaktionen gleichzeitige Anwendung mit synthetischen Östrogenen wird nicht empfohlen;

Kontraindikationen bestehende oder frühere venöse Erkrankungen (einschließlich tiefer Venenthrombose, Lungenembolie und Retina-Venenthrombose), Schwangerschaft, Stillzeit, gebärfähiges Alter, ungeklärte Uterusblutungen;

bayedoxifenBazedoxifen

Präparat Conbriza®

Wirkstoffgruppe Selektive Estrogen Rezeptor Modulatoren (SERMs)

Wirkmechanismus Estrogenrezeptor-Agonist im Knochengewebe (Verminderung der Knochenresorption und Senkung des Spiegels biochemischer Marker des Knochenumbaus); Estrogenrezeptor-Antagonist im Uterus- und Brustgewebe;

Indikation postmenopausale Osteoporose bei Frauen mit einem erhöhten Frakturrisiko

Nebenwirkungen Hitzewallungen, Muskelkrämpfe; Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Urtikaria, peripheres Ödem;

Interaktionen keine bekannt

Kontraindikationen bestehende oder frühere venöse Erkrankungen (einschließlich tiefer Venenthrombose, Lungenembolie und Retina-Venenthrombose), gebärfähiges Alter, Schwangerschaft, Stillzeit

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4 Kommentare zu “Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM)”

  1. [...] Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM) [...]

  2. Helene sagt:

    Und wie sieht es mit Nebenwirkungen aus? Klingt ja fast zu gut als dass es keinen Haken gibt.

  3. ehaas sagt:

    Nebenwirkungen: Hitzewallungen, Muskelkrämpfe, venöse thromboembolische Ereignisse, …
    Nebenwirkungen können vorkommen, müssen aber nicht zwangsweise auftreten.
    Da jede gut wirksame Substanz auch Nebenwirkungen hat, muss für jeden Patienten, entsprechend der Krankengeschichte, der passende Arzneistoff ausgewählt werden.

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