Hedera helix (Efeublätter) – bei Atemwegserkrankungen
Der Efeu ist eine in Europa heimische, bis 20m hoch werdende und mit Haftwurzeln kletternde immergrüne Holzpflanze. Die alte Kult- und Heilpflanze wurde bereits von römischen Autoren erwähnt und wird auf Grund ihrer spasmolytischen, sekretolytischen und leicht sedativen Wirkung bei Atemwegserkrankungen, Husten, Bronchitis und Keuchhusten eingesetzt.
Indikationen laut Monographie der Kommission E:
- Katarrhe der Luftwege
- Symptomatische Behandlung chronisch-entzündlicher Bronchialerkrankungen
Weitere Anwendungen
- Reizhusten, Krampfhusten
- Unterstützend bei Pertussis zum leichteren Abhusten des zähen Schleims
- Wunden
- Verbrennungen
Wirkungen
- Expektorierend (Saponine)
- Spasmolytisch (alfa-Hederin, Flavonoide, Chlorogensäure-Ester)
- Haut- und schleimhautreizend (Saponine)
- Sekretolytisch (Saponine)
- antitussiv
Für Hedera-Saponine konnten auch antimikrobielle und antivirale Wirkungen nachgewiesen werden.
Die inhalative Anwendung (Kaltvernebelung) erwies sich bei chronischen Atemwegserkrankungen, akuter Bronchitis und Reizhusten als wirksam.
Fertigarzneimittel sollten in erster Linie genuine bisdesmosidische Triterpensaponine (Hederacosid C) enthalten. Das Folgeglykosid alfa-Hederin ist wesentlich toxischer und wirkt stärker hämolytisch als Hederacosid C.
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Wirkmechanismus
Saponine wirken in niedriger Dosis expektorierend, da Irritationen im oberen Verdauungstrakt mit der Sekretion eines dünnflüssigen Sekrets in Becherzellen und Bronchialdrüsen beantwortet werden. Weiters vermindern Saponine die Schleimviskosität, indem sie die Oberflächenspannung des Schleims herabsetzen.
Inhaltsstoffe
Triterpensaponine 2,5 – 6 %: Hederasaponin C, ein Triterpen-Bidesmosid; alfa-Hederin;
Flavonoide: z.B. Rutosid
Polyacetylene
Chlorogensäure-Ester
Dosierung
Mittlere Tagesdosis: 0,3 g Droge;
Alkoholische Zubereitungen:
- Erwachsene: 250-420 mg;
- Kinder von 4-12 Jahren: 150-210 mg;
- Kinder von 1-4 Jahren: 50-150 mg;
- Kinder von 0-1 Jahr: 20-50 mg;
Alkoholfreie Zubereitungen (basierend auf einem ethanolischen Trockenextrakt):
- Erwachsene: 300-945 mg;
- Kinder von 4-12 Jahren: 200-630 mg;
- Kinder von 1-4 Jahren: 150-300 mg;
- Kinder von 0-1 Jahr: 50-200 mg;
Unerwünschte Wirkungen / Toxizität
Keine bekannt. (In Einzelfällen kann es speziell bei höherer Dosierung zu lokalen Schleimhautreizungen, Benommenheit, Tachykardie, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, und ganz selten zu Diarrhoe kommen).
Interaktionen
Keine bekannt.
Quellen
Schilcher, Heinz, et al., Leitfaden Phytotherapie, 2.Aufl., Urban&Fischer, München, Jena, 2003.
Hänsel, R., Sticher, O., Steinegger, E., Pharmakognosie-Phytopharmazie, 8.Aufl., Springer, Heidelberg, 2007.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka (http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Efeublatt.html).
PharmXplorer/Office/Beratung/Arzneidrogen (http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/modules/index.php?controller=Herbs;action=show;id=51).
Tags: Atemwegserkrankungen, Expektorans, Flavonoide, Husten, Pertussis, Phytotherapie, Saponine, Sekretolytikum




