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Saxagliptin (Onglyza®) – bei Typ-2-Diabetes

saxagliptinAm 1. Oktober 2009 erteilte die Europäische Kommission dem Unternehmen Bristol-Myers die Genehmigung für das Inverkehrbringen von Onglyza®, womit nun der dritte Vertreter aus der Gruppe der Gliptine als Add-on Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes zur Verfügung steht. Gliptine hemmen den enzymatischen Abbau der Inkretinhormone. Onglyza® ist nur zusammen mit Metformin, Sulfonylharnstoffen oder Thiazolidindionen zugelassen.

Kurzinformation

Präparat Onglyza®

Wirkstoffgruppe Antidiabetika, Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren,

Wirkmechanismus selektiver, reversibler, kompetitiver DPP-4-Inhibitor;

Indikation zur Add-on Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes mellitus (bei erwachsenen Patienten);

Nebenwirkungen Hypoglykämie (mit Sulfonamid), Infektionen, Hautreaktionen Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit.

Interaktionen das Risiko für klinisch relevante Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln ist laut der bis jetzt erhobenen Daten gering;

Diltiazem und Ketoconazol (CYP3A4/5-Inhibitoren) erhöhen die Plasmakonzentration von Saxagliptin;

Rifampicin (CYP2A4/5-Induktor) verringert die Plasmakonzentration von Saxagliptin; die Blutzuckerkontrolle sollte sorgfältig bewertet werden, wenn Saxagliptin gleichzeitig mit starken CYP3A4-Induktoren angewandt wird.

Kontraindikationen nicht empfohlen bei Typ 1-Diabetes, diabetischer Ketoazidose, schweren Nieren- oder Leberschäden;

Dosierung 1-mal täglich 5 mg; Onglyza kann mit oder ohne Nahrung zu jeder Tageszeit eingenommen werden.

Saxagliptin

Saxagliptin ist ein potenter, selektiver, reversibler und kompetitiver DPP-4-Inhibitor, der bei Typ-2-Diabetikern zu einer 24-stündigen Hemmung der DPP-4-Enzym-Aktivität führt. Da die Substanz zur intramolekularen Zyklisierung und Amidinbildung neigt, wird vor der Tablettenpressung ein schützendes „Coating” durchgeführt. Das neue Gliptin ähnelt in seiner Struktur und Wirkweise seinen beiden Vorgängern Sitagliptin und Vildagliptin. Die Halbwertszeit der DPP-4-Hemmung von Saxagliptin liegt mit 27 Std. deutlich über der von Vildagliptin mit 8,5 Std.

Onglyza® wird zusammen mit anderen Antidiabetika angewandt:

  • Mit Metformin bei Patienten, deren Gukosespiegel mit Metformin sowie einer Diät und körperlicher Bewegung nicht zufrieden stellend kontrolliert werden kann;
  • Mit einem Sulfonylharnstoff bei Patienten, deren Gukosespiegel mit einem Sulfonylharnstoff sowie einer Diät und körperlicher Bewegung nicht zufrieden stellend kontrolliert werden kann und bei denen eine Behandlung mit Metformin als nicht geeignet erscheint;
  • Mit einem Thiazolidindion bei Patienten, deren Gukosespiegel mit Thiazolidindion sowie einer Diät und körperlicher Bewegung nicht zufrieden stellend kontrolliert werden kann;

Dipetidylpeptidase-IV-Inhibitoren (DPP-IV-Blocker, Gliptine)

Nach der Kohlenhydrataufnahme wird das Darmhormon GLP-1 (Glucagon-like peptid-1) gebildet, welches die Beta-Zellen des Pankreas zur Insulin-Produktion stimuliert. Dieses „Inkretin-Hormon” wird durch das Enzym Dipeptidase IV abgebaut. Durch Hemmung dieses Enzyms wird die Konzentration des natürlichen Hormons GLP-1 erhöht und es kommt zu einer erhöhten Insulin-Freisetzung aus den B-Zellen. Weiters wird die Bildung von Glucagon unterdrückt, die Magenentleerung verzögert und das Hungergefühl vermindert. DPP-IV-Blocker führen daher zu keiner Gewichtszunahme.  Da DPP-4-Hemmer den Inkretinspiegel nur dann erhöhen, wenn diese durch die Nahrungsaufnahme ausgeschüttet werden, kann keine Hypoglykämie auftreten.

Inkretin GLP-1

  • Zentraler Effekt: gesteigertes Sättigungsgefühl
  • Magen: Verzögerung der Magenentleerung
  • Pankreas: Glukose abhängige Stimulation der Insulinsekretion und Reduktion der Glukagon-Sekretion

Antidiabetika, die GLP-1 abhängig wirken

  • Dipeptidylpeptidase-IV-Inhibitoren – DPP-IV-Blocker, Gliptine (Arzneistoffe, die den Abbau von GLP-1 hemmen)
    • Sitagliptin (Januvia®)
    • Vildagliptin (Galvus®, Eucreas®)
    • Linagliptin
  • Inkretinmimetika (Arzneistoffe, die die Freisetzung Inkretinen fördern)
    • Exenatid (Byetta®)
    • Liraglutid (Victoza®)

Quellen

Jasek, Wolfgang; Austria-Codex Fachinformation, 61. Aufl., Bd. 1-4, Österr. Apotheker-Verl., Wien, 2009/2010.

Onglyza, Saxagliptin, Dok.-Ref.: EMEA/673744/2009, EMEA/H/C/1039 (www.emea.europa.eu).

Klement, Alfred; Das dritte Gliptin gegen Diabetes mellitus Typ2: Onglyza, ÖAZ, 64, 5, 246, (01.03.2010).

LaSalle JR., Reaching HbA1c goals with saxagliptin in combination with other oral antidiabetic drugs, Postgrad Med., 2010 Jan;122(1):144-52.

Dhillon S., Weber J., Saxagliptin, Drugs, 2009 Oct 22;69(15):2103-14.

PharmXplorer-Focus/Fortbildung 2007.

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4 Kommentare zu “Saxagliptin (Onglyza®) – bei Typ-2-Diabetes”

  1. Johanna sagt:

    Hallo, ich bin auch Diabetiker. Es gibt hier ja ein neues Gerät zum Messen des Blutzuckers:

    http://www.du-sag-mal.de/gesundheit/gesundheit-high-tech/bayer-contour-usb-blutzucker-messgeraet/

    Hat jemand schon Erfahrung mit dem Gerät gemacht. Würde mich wirklich sehr über ein Feedback freuen.

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  3. Haas sagt:

    Während der Anwendung von Saxagiptin (Onglyza) wurden Fälle von schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet.
    *bei Personen die schon einmal schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen hatten, darf Saxagliptin nicht angewendet werden.
    *bei anhaltenden, starken Bauchschmerzen oder Verdacht auf eine Pankreatitis sollte Saxagliptin abgesetzt werden.

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