Alfa-Liponsäure (Thioctsäure) - ein ambiphiles Antioxidans
Alfa-Liponsäure, auch Thioctsäure genannt, ist eine schwefelhaltige Verbindung, die in allen höheren Lebewesen endogen synthetisiert wird - sie ist daher nicht essentiell. In der Orthomolekularen Medizin findet sie bei Diabetes mellitus, bei Lebererkrankungen, bei Arteriosklerose und bei Schwermetallvergiftungen Anwendung.
Vorkommen
Alfa-Liponsäure kommt vor allem in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch (4-10mg/100g), Herz und Leber vor.
Bedarf
0,2-1,0 g*
*übliche Supplementierung pro Tag
Wirkung
Alfa-Liponsäure ist als Coenzym mitochondrialer Multienzymkomplexe an drei Stoffwechselprozessen beteiligt:
- Umwandlung von Pyruvat zu Acetyl-CoA
- Synthese von Succinyl-CoA aus alfa-Ketoglutarat (Citratzyklus)
- Abbau von Glycin und verzweigtkettiger Aminosäuren
Alfa-Liponsäure ist neben Vitamin B1 u. Niacin für den
- Fett-, Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel (ATP-Produktion) von Bedeutung
- Sie steigert die zelluläre Glucoseaufnahme und Glucoseoxidation
- Das Redoxsystem alfa-Liponsäure/Dihydroliponsäure wirkt als Antioxidans sowohl im lipophilen als auch im hydrophilen Kompartiment und schützt Proteine, Lipide und die DNA vor der oxidativen Zerstörung durch freie Radikale und ROS
- Zusätzlich regeneriert sie Vitamin E, Vitamin C, Coenzym Q10 und L-Glutathion
- Sie ist von Bedeutung für die Immunkompetenz
- Sie greift regulierend in den Entzündungsprozess ein
- Da die Thioctsäure sowohl wasser- als auch fettlöslich ist, zeigt sie besonders gute Wirkung bei chronischen Umweltbelastungen.
- Durch die chelatisierenden Eigenschaften, wird sie auch bei Schwermetallvergiftungen eingesetzt.
- Bei Leberfunktionsstörungen werden erhöhte Leberfunktionswerte verbessert und die hepatozelluläre Entgiftung verbessert (GSH-Repletion).
Mangel
Der Organismus kann Alfa-Liponsäure in ausreichender Menge selbst synthetisieren, daher sind Mangelzustände normalerweise unbekannt.
Mangelsymptome (durch Erkrankungen hervorgerufen) können sein: Neuro-, Nephropathien, oxidative Zellschäden, Proteinglykosilierung;
Unerwünschte Wirkungen / Toxizität
Auch in höheren Dosierungen sind Nebenwirkungen bei der Verabreichung von alfa-LS nicht bekannt. In seltenen Fällen können gastrointestinale Störungen und allergische Hautreaktionen auftreten. Bei Langzeitzufuhr werden 200 mg/kg KG noch als sicher angesehen.
Interaktionen
Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika kann verstärkt werden.
Zusammen mit Cisplatin kann es zu einem Wirkungsverlust des Arzneimittels kommen
Mit Zink, Kupfer, Eisen, Magnesium kann es zu Komplexbildung kommen, so dass die Resorption von Alfa-Liponsäure verringert wird.
Literatur
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