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Dexlansoprazol (Dexilant®) – bei säureassoziierten Erkrankungen

dexlansoprazol-kapidexDexilant® (ürsprünglich Kapidex®) ist der erste Protonenpumpenhemmer mit einer Formulierung, die eine doppelt retardierte Wirkstofffreisetzung erlaubt, sodass ein erstes Konzentrationsmaximum nach 1 – 2 Stunden und ein zweites nach 4 – 5 Stunden entsteht, wobei der Säureschutz über 24 Stunden anhalten soll.

Takeda Phamaceutials hat Dexilant® bei der FDA als Kapidex® eingereicht  und es nun auf Dexilant® umbenannt, um Verwechslungen mit Casodex® (Bicalutamide) und Kadian® (Morphinsulfat retard) zu vermeiden. Das Produkt wurde in den Vereinigten Staaten als Ulkustherapeutikum auf den Markt gebracht.

Kurzinformation

Präparat Dexilant ®

Wirkstoffgruppe Protonenpumpenhemmer

Wirkmechanismus Blockade der H+/K+-ATPase (Protonenpumpe)

Indikation säureassoziierte Erkrankungen (Refluxösophagitis, erosive Ösophagitis)

Nebenwirkungen Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, Beschwerden der oberen Atemwege,

Interaktionen Ampicillin, Digoxin, Eisenverbindungen, Ketoconazol (die Bioverfügbarkeit dieser Arzneistoffe wird durch den erhöhten pH beeinträchtigt); – Warfarin (engmaschige Überprüfung der Prothrombinzeit wird empfohlen); – Atazanavir (Reduktion der Arzneistoffkonzentration durch gleichzeitige Gabe von Dexlansoprazol);

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Lebererkrankungen – Dosisreduktion auf 30 mg/die;

Dosierung bei erosiver Ösophagitis: 60 mg/die für 8 Wochen; bei Langzeitbehandlung: 30 mg/die bis zu 6 Monate; bei Refluxösophagitis: 30 mg/die für 4 Wochen;

Schwangerschaft es liegen keine Studien für die Anwendung während der Schwangerschaft und für Personen unter 18 Jahren vor;

Dexlansoprazol

Dexlansoprazol ist das klinisch-pharmakologisch relevante Enantiomer des racemischen Protonenpumpenhemmers Lansoprazol. Abgesehen von Rabeprazol, das vorwiegend nicht-enzymatisch abgebaut wird, spielt beim Metabolismus der PPIs das arzneimittelabbauende Enzym CYP2C19 eine wichtige Rolle. Etwa zwei Drittel der kaukasischen Bevölkerungen sind so genannte extensive Metabolizer, bei denen unter den üblichen Dosierungen ein deutlich niedrigerer Wirkstoffspiegel erreicht wird und etwa 20% geringere Abheilungsquoten bei säureassoziierten Erkrankungen beobachtet wurden. Nach oraler Gabe von Lansoprazol macht das R-Enantiomer mehr als 80% des zirkulierenden Wirkstoffes aus und es hält sich auch länger im Kreislauf auf. Indem man an Stelle des Lansoprazol-Razemats das reine Dexlansoprazol einsetzte  und durch die innovative Galenik wurde eine signifikante Erhöhung der intragastralen pH-Werte festgestellt. Wie weit dies trotz der hohen Kosten von Dexlansoprazol von klinischer Relevanz ist, muss durch weitere Studien evaluiert werden.

Innovative Galenik

Durch zwei Arten von magensaftresistenten Granulaten wird eine zweifach retardierte Arzneistoffliberation [Dual Delayed Release (DDR) technology] ermöglicht, die ein erstes Wirkstoffmaximum nach 1 – 2 Stunden zeigt. Durch das zweite Granulat wird eine weitere Arnzeistofffreisetzung nach 4 – 5 Stunden erreicht. Dadurch soll ein Säureschutz über 24 Stunden gewährleistet sein.

Protonenpumpenhemmer

  • Omeprazol: Gastrobene®, Gastroplex®, Losec®, Omec®, Omepralan®
  • Esomeprazol: Nexium®
  • Lansoprazol: Agopton®, Lansobene®, Lansohexal®
  • Pantoprazol: Pantoloc®, Zurcal®
  • Rabeprazol: Pariet®

Säureassoziierte Erkrankungen

Refluxösophagitis ist die häufigste Form der Entzündung der Speiseröhre. Saurer Magensaft fließt als Folge einer Insuffizienz des unteren Ösophagussphinkters am Übergang zur Kardia in den Ösophagus zurück und bewirkt dort mehr oder weniger starke Läsionen der Schleimhaut.
Für die Entstehung der Epithelläsionen sind neben der Salzsäure die Verdauungsenzyme sowie die Gallensäuren verantwortlich. Je nach Schweregrad der Entzündung bestehen Schleimhautrötungen, Erosionen (Schädigung ist auf die Schleimhaut beschränkt) oder Ulzera (Gewebedefekt, der die Schleimhaut und die darunter liegenden Gewebeschichten betrifft).

Die Refluxösophagitis geht klinisch mit:

  • Sodbrennen,
  • Übelkeit,
  • Aufstoßen,
  • und Schluckbeschwerden

einher.

Quellen:

Waknine, Yael; La FDA autoriza Kapidex y ATryn, Dexlansoprazol (Kapidex) Aprobado para el tratamiento de la esofagitis erosiva y de la enfermedad por reflujo gastroesofágico, Medcenter Medscape, (http://www.medcenter.com/medscape/content.aspx?id=17966&langtype=1034).

Schubert-Zsilavecz, M; Neue Arzneimittel 2009, Brennpunktseminar, Graz, 17.09.2009.

Abel C., et al.; Dexlansoprazole in the Treatment of Esophagitis and Gastroesophageal Reflux Disease (May)(CE), Ann Phamacother, 2010 Apr 6.

http://www.takeda.com/press/article_35868.html

http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/px/hwshowdoc.php?goid=0000001129

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