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Dipeptidylpeptidase-IV-Inhibitoren (DPP-IV-Blocker , Gliptine)

hm06b014-w-inkretinNach der Kohlenhydrataufnahme wird das Darmhormon GLP-1 (Glucagon-like peptid-1) gebildet, welches die Beta-Zellen des Pankreas zur Insulin-Produktion stimuliert. Dieses „Inkretin-Hormon“ wird durch das Enzym Dipeptidylpeptidase IV abgebaut. Hemmer dieses Enzyms stellen eine neue Gruppe oraler Antidiabetika dar.
Wirkung

Durch Hemmung des Enzyms Dipeptidylpeptidase IV durch DPP-IV-Blocker wird die Konzentration des natürlichen Hormons GLP-1 erhöht. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Insulin-Freisetzung aus den B-Zellen. Ferner supprimieren DPP-IV-Blocker die Bildung von Glucagon. Der HbA1C-Wert wird umso mehr verringert, je höher der Ausgangswert liegt. DPP-IV-Blocker führen nicht zu einer Gewichtszunahme.
Ferner kommt es durch das Darmhormon zur verzögerten Magenentleerung und Verminderung des Hungergefühls.
DPP-4-Hemmer erhöhen nur dann den Inkretinspiegel, wenn diese durch die Nahrungsaufnahme ausgeschüttet werden. Dadurch kann aber auch keine Hypoglykämie auftreten.

Bei Typ-2 Diabetikern ist die GLP-1-Sekretion reduziert. Dagegen ist die Signaltransduktion über den GLP-1-Rezeptor beim Diabetes mellitus nicht beeinträchtigt. Daraus folgt, dass GLP-1 ein starker Stimulus für die Insulinfreisetzung bei Typ2-Diabetikern ist. Untersuchungen ergaben, dass durch GLP-1 außerdem die Magenentleerung verzögert und die Glukagonfreisetzung gehemmt wird. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass GLP-1 folgendes Wirkungsspektrum zeigt :

  • Glucose abhängige Insulinsekretion
  • Verzögerung der Magenentleerung
  • Glukose abhängige Reduktion der Glukagon-Sekretion

Inkretin-Mimetika sind Wirkstoffe, die die postprandialen Blutzuckerspiegel senken. Ferner kann es zu einer Gewichtsreduktion durch ein reduziertes Hungergefühl und der damit verbundenen verringerten Nahrungsaufnahme kommen (zentraler Effekt von GLP-1).

Indikation
Typ-2-Diabetes
Werden hauptsächlich in Kombination mit anderen Antidiabetika verwendet.

Arzneistoffe
hm06fb09aBei Sitagliptin bzw. Vildagliptin handelt es sich um ein N-subtituiertes Glycin, welches säureamidartig mit einem Heterocyclus verknüpft ist. Saxagliptin kann als C-substituiertes Glycinderivat betrachtet werden.

Sitagliptin  Januvia®
Die Europäische Kommission erteilte im März 2007 die Genehmigung für die Anwendung von Sitagliptin in Kombination mit Metformin oder einem Thiazolidin zur Therapie des Diabetes mellitus Typ-2.
Sitagliptin stellt damit, als erstes zugelassene Antidiabetikum, die Leitsubstanz dar, welches über die Hemmung der Dipeptidylpeptidase 4 wirkt.

Vildagliptin  Galvus®
Vildagliptin wird analog dem Sitagliptin entweder mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder einem Thiazolidindion zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ-2 eingesetzt, wenn die jeweilige Einzelsubstanz-Therapie nicht ausreicht, um den Blutzucker ausreichend zu senken. Vildagliptin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Saxagliptin  Onglyza®
Saxagliptin ist ein potenter, selektiver, reversibler und kompetitiver DPP-4-Inhibitor, der bei Typ-2-Diabetikern zu einer 24-stündigen Hemmung der DPP-4-Enzym-Aktivität führt. Da die Substanz zur intramolekularen Zyklisierung und Amidinbildung neigt, wird vor der Tablettenpressung ein schützendes „Coating“ durchgeführt. Das neue Gliptin ähnelt in seiner Struktur und Wirkweise seinen beiden Vorgängern Sitagliptin und Vildagliptin. Die Halbwertszeit der DPP-4-Hemmung von Saxagliptin liegt mit 27 Std. deutlich über der von Vildagliptin mit 8,5 Std. Es ist analog dem Sitagliptin in Kombination mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder einem Thiazolidindion zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ-2 zugelassen.

In Entwicklung

linagliptinLinagliptin
Linagliptin ist ein hochselektiver DPP-4 Hemmer mit lang anhaltender Wirkung und wird zu über 94 Prozent nicht renal sondern biliär ausgeschieden. Dass nur 6 Prozent über die Niere ausgeschieden werden, ist vor allem für ältere Patienten, die oftmals unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, ein großer Nutzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gabe von Hemmern der Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4) nicht zu Unterzuckerungen führt. Die bisherigen Studiendaten zeigen für Linagliptin in der Dosis von 5 mg/kg über vier Wochen eine HbA1c-Senkung von 0,37 Prozent vs. Placebo. Derzeit läuft ein groß angelegtes Phase-III-Studienprogramm zur Wirksamkeit und Sicherheit von Linagliptin in mehr als 50 Ländern.

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2 Kommentare zu “Dipeptidylpeptidase-IV-Inhibitoren (DPP-IV-Blocker , Gliptine)”

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  2. [...] Dipeptidylpeptidase-IV-Inhibitoren – DPP-IV-Blocker, Gliptine (Arzneistoffe, die den Abbau von GLP-1 hemmen) [...]

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