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Kakaobohne (Theobroma cacao) - ein neuer Kandidat für Nahrungsergänzungen?

kakaoKakao-Extrakt wird aufgrund seines Gehaltes an Polyphenolen in Nahrungsergänzungen als Antioxidans, bei Altersbeschwerden und Herzkreislauferkrankungen angepriesen.

Der Kakaobaum kann bis zu 15 Meter erreichen und gehört zur Familie der Malvengewächse. Seine Früchte wurden seit mehr als 4000 Jahren als Nahrung verwendet. Der Name „Theobroma cacao” stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „theos” = „Gott” und „broma” = „Speise”. Die Hauptanbaugebiete liegen in Brasilien, Elfenbeinküste, Malaysia, Ghana, Indonesien, Nigeria, Kamerun, Ecuador, Kolumbien, Dominikanische Republik und Mexiko.

Therapeutische Wirkungen

Purinbasen bewirken mäßig diuretische, broncholytische, vasodilatorische und muskelrelaxierende Effekte und eine Verstärkung der Herzmuskelleistung. Sie wirken in Kakaoprodukten wegen der begleitenden Gerbstoffe und/oder Fettsäuren aber wesentlich schwächer als die Reinalkaloide. Theobromin wird relativ rasch aus Kakaoprodukten resorbiert und in allen Körperflüssigkeiten angereichert. Maximale Konzentrationen wurden 2-3 Stunden nach der Aufnahme gemessen, der Übergang in Plasma, Speichel und Milch ist durch Untersuchungen belegt.

Weitere Wirkungen

Anti-HIV-Wirkung: Catechine und Proanthocyanidine der Schale der Kakaobohnen hemmen den cytopathischen Effekt von HIV-Viren, die Wirkung beruht aber eher auf einer Beeinträchtigung der Virusabsorption als auf einer Einschränkung der Virusreplikation.

In vitro -Studien zeigten eine durch die Flavonoide von Theobroma cacao induzierte, endothelabhängige Gefäßrelaxation und eine Modulation von Cytokinen und Eicosanoiden, die mit dem Entzündungsgeschehen in Verbindung stehen. Neueren Studien zufolge könnte der regelmäßige Konsum von kleinen Dosen dunkler Schokolade zu einer Reduktion von Entzündungen führen.

Indikationen

  • Atemwegserkrankungen
  • Durchfallerkrankungen
  • Asthma

Inhaltsstoffe

  • Lipide: 50%
  • Aminosäuren und Proteine: 10-16%
  • Kohlenhydrate: Stärke 5-9%, freie Zucker 2-4%
  • Phenolische Verbindungen: 13% - Catechine (Epicatechin), Leukocyanidine, Anthocyane (3-α-L-Arabinosylcyanidin und 3- β-D-Galactosylcyanidin)
  • Purinalkaloide: 2,8-3,5% - Theobromin (Hauptalkaloid); Coffein und Theophyllin (in geringen Mengen);
  • Biogene Amine - β-Phenylethylamin, Tyramin, Tryptamin, Serotonin
  • Isochinolinderivate - Salsolinol (1-Methyltetrahydroisochinolin)

Dosierung

Zur Dosierung liegen keine Angaben vor.

5 g Kakaopulver entsprechen 65-125 mg Theobromin;

100 g Bitter- bzw. Milchschokolade entsprechen 800 bzw. 125 mg Theobromin;

Unerwünschte Wirkungen / Toxizität

Nach Einnahme von Dosen über 100 g Kakaopulver sollen Augenflimmern, Sehausfall, Pulsbeschleunigung und Kopfschmerzen aufgetreten sein. Kakao und Kakaoprodukte können allergische Reaktionen mit Hautmanifestationen hervorrufen. Als Allergene werden Proteine in Betracht gezogen, deren Wirksamkeit im Laufe des Verarbeitungsprozesses sinkt. Die Allergiedisposition nimmt mit steigendem Alter der Patienten ab. Auch Migräne und Kopfschmerzen können durch den Genuss von Kakaoprodukten ausgelöst werden. Hiefür werden die vasoaktiven Amine beta-Phenylethylamin, Tyramin, Tryptamin und Serotonin verantwortlich gemacht.

Bei der Fütterung von Tieren mit Tierfutter, das mehr als 15% Kakaoabfallanteil besaß, kam es zu Vergiftungen mit tödlichem Ausgang.

Stillzeit

Methylxanthine gehen in die Muttermilch. Wirkungen oder Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen wurden nicht untersucht.

Quellen

Schilcher, Heinz, et al., Leitfaden Phytotherapie, 2.Aufl., Urban&Fischer, München, Jena, 2003.

Hänsel, R.; Keller, K.; Rimpler, H.; Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Bd. 6, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 1994.

Ramirez-Sanchez I, Maya L, Ceballos G, Villarreal F, (-)-epicatechin activation of endothelial cell endothelial nitric oxide synthase, nitric oxide, and related signaling pathways, Hypertension. 2010 Jun;55(6):1398-405. Epub 2010 Apr 19.

di Giuseppe R, et al., Regular consumption of dark chocolate is associated with low serum concentrations of C-reactive protein in a healthy Italian population, J Nutr. 2008 Oct;138(10):1939-45.

http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/modules/index.php?controller=Herbs;action=show;id=118;sub=wirk

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