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Neisseria meningitidis Gruppen A-, C-, W135- Y (Menveo®) – konjugierter Vierfachimpfstoff gegen Meningokokken

Bei Menveo® handelt es sich um den ersten Konjugatimpfstoff, der gegen vier der fünf Bakterienhauptgruppen, die für die meisten bakteriellen Hirnhautentzündungen bei Jugendlichen und Erwachsenen verantwortlich sind, schützt.

Kurzinformation

Präparat Menveo®

Wirkstoffgruppe Meningokokken-Impfstoff

Wirkmechanismus aktive Immunisierung

Indikation zur aktiven Immunisierung von Jugendlichen ab 11 Jahren und Erwachsenen;

Nebenwirkungen lokale Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Hautreaktionen

Interaktionen nicht gleichzeitig mit anderen Impfstoffen verabreichen;

Kontraindikationen cave bei Gerinnungsstörungen;

Dosierung 0,5 ml i.m. als Einzeldosis

Schwangerschaft derzeit liegen noch keine Daten vor

Impfstoff

Die Arzneiform besteht aus Pulver und Lösung zur Herstellung einer Injektion und muss nach Lösung sofort verabreicht werden. (Tests ergaben, dass das Arzneimittel nach der Rekonstitution bei einer Lagerung unter 25° C bis zu 8 Stunden stabil blieb).

Die Haltbarkeit des Arzneimittels in ungelöster Form beträgt bei Lagerung im Kühlschrank (zwischen 2°-8°C) 2 Jahre.

Die Zusammensetzung des Impfstoffes pro Dosis (0,5 ml) besteht aus:

  • Meningokokken-Gruppe A-Oligosaccharid 10 mcg
  • Meningokokken-Gruppe C-Oligosaccharid 5 mcg
  • Meningokokken-Gruppe W135-Oligosaccharid 5 mcg
  • Meningokokken-Gruppe Y-Oligosaccharid 5 mcg

Für Personen zwischen 56-65 Jahren liegen nur wenige Daten, für die Altersgruppe über 65 Jahren gar keine Daten vor.

Notwendigkeit und Zeitpunkt einer Boosterung konnte noch nicht festgestellt werden.

Der Imfpstoff schützt NICHT vor eitrigen Gehirnhautentzündungen hervorgerufen durch Meningokokken B, Pneumokokken, Hämophilus influenzae und auch NICHT vor virusbedingten Gehirnhautentzündungen wie der FSME.

Siehe auch bisher verwendete Impfstoffe gegen Meningokokken-Meningitis

„Meningokokken-Meningitis” (20.2.2009)

Meningitis

Neben verschiedenen Faktoren, die zu einer Meningitis führen können, ist die häufigste Ursache aber eine Infektion mit Viren oder Bakterien bzw. seltener Pilze oder Parasiten. Daneben gibt es noch andere seltenere Ursachen, wie Krebs- und Autoimmunerkrankungen.

Abhängig vom jeweiligen Erreger kann die Meningitis akut, chronisch oder rezidivierend auftreten.

Erreger

  • Meningokokken (Neisseria meningitidis)
  • Pneumokokken (Streptokokkus pneumoniae)
  • Haemophilus influenzae
  • Flaviviren

Krankheitsformen

  • Die „klassische” Meningitis ist eine akute bakterielle Entzündung, die typischerweise im Kleinkind- bis Jugendalter auftritt. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Tröpfcheninfektion.
  • Die Frühsommer- Meningo- Enzephalitis (FSME) ist eine von Viren (Flaviviren) verursachte Meningitis, die bestimmte regionale Verbreitungsmuster aufweist. Die Übertragung der Viren erfolgt durch einen Zeckenbiss.

Symptome und Verlauf

  • Der „klassischen” Meningitis können unspezifische, grippeähnliche Symptome vorangehen. Der eigentliche Beginn der Krankheit ist durch hohes Fieber und starke Kopfschmerzen gekennzeichnet. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu Nackensteifigkeit und Hautveränderungen, wie Knötchen, Exanthemen oder Einblutungen.
  • Bei der FSME kommt es zu zwei unterschiedlichen Verlaufsformen:

inapparenter Verlauf:

Bei etwa 70% der infizierten Patienten verläuft die Infektion asymptomatisch. Hier weisen lediglich Blutuntersuchungen die abgelaufene Infektion nach.

manifester Verlauf:

Bei ca. 30% der Infizierten kommt es zur Manifestation der Erkrankung. Dabei unterscheidet man 2 aufeinanderfolgende Phasen, wobei die Erkrankung meist nach der 1. Phase abklingt:

  • 1. Phase (3- 7 Tage):
    Auftreten grippeähnlicher Symptome mit leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten. Die Krankheit heilt bei den meisten Patienten in dieser Phase folgenlos ab.
  • 2. Phase:
    Bei 10- 20% der Patienten geht die Erkrankung nach einem fieberfreien Intervall von 1- 2 Wochen in die 2. Phase über. Diese ist durch Infektionen der Nervensystems gekennzeichnet. Nach den vorrangig befallenen Strukturen unterscheidet man die Meningitis (Entzündung der Hirnhäute), die Enzephalo- Meningitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) sowie die Meningo- Enzephalo- Myelitis (Entzündung von Hirnhäuten, Gehrin und Rückenmark).

Diagnose

Zur sicheren Diagnose muss bereits beim kleinsten Verdacht auf eine Meningitis eine Liquorpunktion durchgeführt werden.

Quellen

Jasek, Wolfgang; Austria-Codex Fachinformation, 61. Aufl., Bd. 1-4, Österr. Apotheker-Verl., Wien, 2009/2010 (online).

http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/px/hwshowdoc.php?goid=0000002514

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