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Apixaban (NN®) - zur Thromboembolieprophylaxe bei Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen

apixabanApixaban der Firma Pfizer befindet sich derzeit in Phase III der klinischen Prüfung und scheint zur Vermeidung venöser Thromboembolien nach Kniegelenksoperationen zweckmäßiger zu sein als Enoxaparin.

Kurzinformation

Präparat NN®

Wirkstoffgruppe Antithrombotikum

Wirkmechanismus es kommt zu einer reversiblen direkten Hemmung des Faktor-Xa in der Blutgerinnungskaskade;

Indikation Thromboembolieprophylaxe bei Gelenkersatzoperationen;

Dosierung zweimal täglich 2,5 mg p.o.

Apixaban

Apixaban erwies sich in einer Phase-II-Studie geeignet zur Thromboembolieprophylaxe bei Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen. Es erhöht zudem das Blutungsrisiko nicht, eine Nebenwirkung, die bei anderen Gerinnungshemmern die Heilung verzögern und zu Infektionen führen kann, die die Prothese beschädigen.

Im Vergleich mit Enoxaparin konnte in einer Phase-III-Studie mit Apixaban keine Nichtunterlegenheit nachgewiesen werden. Da jedoch auch die Raten der klinisch relevanten Blutungen niedriger waren, kam man letztlich zu dem Ergebnis, dass die Wirkung von Apixaban mit der von Enoxaparin vergleichbar sei und es wurde der Einsatz von Apixaban im klinischen Alltag für möglich gehalten. Als Vorteil wäre die perorale Einnahme zu werten. Für eine endgültige Beurteilung sind noch weitere Studien wie auch weitere Erkenntnisse zum Lungenembolierisiko notwendig.

Blutgerinnung

Bei einer Verletzung setzt zur Verhinderung einer lebensgefährlichen Blutung Hämostase (Blutstillung) ein, die mit der primären Hämostase beginnt, wobei die Thrombozyten an die kollagenen Bindegewebsfasern der Wundränder anheften und einen pfropfartigen Verschluss bilden (Thrombozytenpfropf; reversible Thrombozytenaggregation). Die sekundäre Hämostase erfolgt auf zwei Wegen: dem extravaskulären Weg (Extrinsic-System) und dem intravaskulären Weg (Intrinsic-System). Auf der Stufe der Aktivierung des Faktors X beginnt die gemeinsame Endstrecke beider Systeme.

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Nach einer Operation ist durch die großflächigen Verletzungen das Blutgerinnungssystem sehr aktiv, was einerseits der Wundheilung dient, andererseits auch eine Thrombusbildung an anderen Stellen des Organismus auslösen kann. In der Folge kann es dann zum Loslösen solcher Thromben kommen, die die Blutgefäße verstopfen und die lebenswichtige Sauerstoffzufuhr zum Herzen oder zum Gehirn unterbrechen, oder zu lebensgefährlichen Lungenembolien führen.

Venöse Thromboembolie-Prophylaxe

  • Heparine
    • Unfraktioniertes Heparin: Potenzierung der Antithrombinwirkung gegenüber Thrombin und Faktor Xa - (Heparin Immuno®)
    • Niedermolekulare Heparine: Faktor Xa wird antithrombinvermittelt gehemmt - Dalteparin (Fragmin®), Enoxaparin (Lovenox®), Certoparin (Sandoparin®), Bemiparin (Ivor®),
  • Heparinfreies Gemisch von Heparinoiden: Faktor Xa wird antithrombinvermittelt gehemmt -  Danaparoid (Orgron®),
  • Faktor Xa-Inhibitoren
    • Parenterale Faktor Xa-Inhibitoren: Fondaparinux (Arixtra®),
    • Orale Faktor Xa-Inibitoren: Rivaroxaban (Xarelto®), Apixaban
  • Thrombininhibitoren (Faktor II-Inhibitoren)
    • Parenterale Thrombininhibitoren: Hirudin (Refludan®), Argatroban (Argatra®),
    • Orale Thrombininhibitoren: Dabigatranetexilat (Pradaxa®), Ximelagatran (wegen hepatotoxischer Nebenwirkungen vom Markt genommen),
  • Vitamin-K-Antagonisten: Phenprocoumon (Marcoumar®), Acenocoumarol (Sintrom) ®,

Quelle

Schubert-Zsilavecz, M; Neue Arzneimittel 2010, Brennpunktseminar, Graz, 11.05.2010.

Lassen, MR; et al., Apixaban or enoxaparin for thromboprophylaxis after knee replacement, N Engl J Med. 2009 Aug 6;361(6):594-604.

AWMF-Leitlinie VTE-Prophylaxe, Version vom 18. März 2009 mit Addendum vom 08. Mai 2010.

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