Biotin – bei brüchigen Nägeln, Haarausfall, feiner Schuppenbildung der Haut

biotin-enzymBiotin ist ein wasserlösliches Vitamin der B-Gruppe und wird auch als Vitamin H oder Vitamin B7 bezeichnet.  Es liegt in 8 stereoisomeren Formen vor, von denen nur eine aktiv ist: D-(+)-Biotin. Es spielt als Bestandteil wichtiger Enzyme eine wesentliche Rolle beim Fett-Metabolismus, bei der Synthese von Glucose und beim Zellwachstum.

In der Orthomolekularen Medizin wird Biotin bei Depressionen, Panikattacken, diffusem Haarausfall, brüchigen Nägeln, seborrhoischen Hautveränderungen und Akne eingesetzt.

Vorkommen

Neben dem Vorkommen in Mikroorganismen wie Hefe (115µg/100g) kommt Biotin
in tierischem Gewebe, wie Leber (27µg/100g) und Eidotter (25µg/100g), sowie
in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Nüssen (30-40µg/100g), Sojabohnen (60µg/100g), Spinat (6,9µg/100g) und Spargel (2µg/100g) vor.

Bedarf

Maximal 2500 μg*

Kinder

  • Kinder bis 0.5 Jahre: 5 μg
  • Kinder von 0.5 bis 1 Jahr: 5-10 μg
  • Kinder von 1 bis 4 Jahren: 10-15 μg
  • Kinder von 4 bis 10 Jahren: 10-20 μg
  • Kinder älter als 10 Jahre: 20-35 μg

Erwachsene 30-60 μg

Schwangerschaft 30-60 μg

Stillzeit 30-60 μg

Toxische Dosis >40000 μg

*Langzeit-upper-safe
Es existieren nur Schätzwerte, da der Körper in der Lage ist, Biotin mit Hilfe der Darmbakterien endogen zu bilden und sich der genaue Biotinbedarf nur schwer festlegen lässt.

Wirkung

Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin der B-Gruppe und dient biochemisch als prosthetische Gruppe von vier Carboxylasen:

  • der Pyrovatcarboxylase (ein Schlüsselenzym der Gluconeogenese),
  • der Propionyl-CoA-Carboxylase (dient der Glucoseproduktion und Energieversorgung),
  • der Methyl-Crotonyl-CoA-Carboxylase (ist beteiligt am Abbau der Aminosäure Leucin),
  • Acetyl-CoA-Carboxylase (ist wichtig für die Startreaktion bei der Fettsäurebiosynthese).

Biotin wird auch für die Proliferation der T-Zellen und die Antikörperproduktion benötigt. Neuere Studien weisen darauf hin, dass das Vitamin bei der Genexpression eine Rolle spielt.

Mangel

Es kann kaum zu einem Mangel an Biotin kommen, außer durch den Verzehr von mehreren rohen Eiern täglich, da im Eiklar das Biotin bindende Glycoprotein Avidin enthalten ist. Pro Mol Avidin werden 4 Mol Biotin in einem Komplex fest gebunden und sind in dieser Bindung enzymatisch nicht spaltbar. Erst längeres Erhitzen auf 100° C denaturiert das Avidin und setzt Biotin frei.

Mangelerscheinungen treten nur auf, wenn die enterale Biosynthese und die Resorption beeinträchtigt sind. Sie äußern sich in: Haarausfall, Hautschuppung, Übelkeit, Durchfall, erhöhtem Cholesterinspiegel, Muskelschmerzen, Parästhesien, Erschöpfung, Schläfrigkeit, Depressionen, Appetitlosigkeit, Schwindel, plötzlichem Kindstod, Immunschwäche, Anämie;

Ursachen für einen Biotinmangel können sein: Alkoholismus, Arzneimittel (wie Antibiotika und Chemotherapeutika, die die Darmflora schädigen und die Resorption beeinträchtigen und Antiepileptika, wie z.B. Phenobarbital, Primidon und Carbamazepin, die die Biotinaufnahme hemmen und die renale Ausscheidung steigern), Resorptionsstörungen, Fehlernährung (rohes Eiweiß);

Unerwünschte Wirkungen / Toxizität

Es wurden auch bei extrem hohen Dosen keine toxischen Effekte beobachtet.

Interaktionen

Carbamazepin, Neomycin (Antibiotika), Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Tetracycline (Antibiotika) senken den Biotin-Status.

Avidin (rohes Eiklar) ist ein Biotinantagonist, der bei langfristiger Zufuhr zu Biotinmangel führt.

Anwendungen

Biotin spielt eine wichtige Rolle bei Stoffwechselprozessen, wie dem Abbau von Eiweißbestandteilen, dem Aufbau von Fettsäuren, dem Abbau von Kohlenhydraten und der Bildung von kohlenhydratspaltenden Enzymen und wird angewandt bei Darmerkrankungen, Depressionen, Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Haarausfall, beim Immunsystem und neurologischen Störungen (Parästhesien = Kribbeln, Taubsein).

Genaue Informationen zu den Anwendungen von Biotin finden Sie  auf PXP-Office/Beratung/Mikronährstoffe

Quellen

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Zimmermann, Michael; et al.; Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, Heidelberg, 2000.

Biesalski, Hans Konrad; et al.; Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, u.a., 2002.

Zempleni J., Annu Rev Nutr. 5005;25:175-96 und Dakshinamurti K., J Nutr Biochem. 2005 Jul; 16(7):419-23 (www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/ file://A:\Entrez PubMed.htm).

Gröber, Uwe; Arzneimittel und Mikronährstoffe, Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2007.

Comments
  1. Leszek
  2. Sina
  3. ehaas

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