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Orthomolekulare Medizin – Mikronährstoffe zur adjuvanten Behandlung von Diabetes

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, deren Hauptmerkmal ein hoher Blutzuckergehalt (Glukose) ist. Die Glukose kann nicht in die Zellen eintreten und als Energielieferant verwendet werden, da das Hormon Insulin ungenügend wirksam ist. Ein länger andauernder hoher Blutzuckergehalt wirkt schädigend. Da die Glukose für die Zellen nicht verfügbar ist und diese trotzdem mit Energie versorgt werden müssen, werden die Fettreserven mobilisiert. Im Blut zirkulieren in der Folge hohe Fettmengen, die zusammen mit der überschüssigen Glukose die Blutgefäße und Nerven schädigen, was über Jahre hinweg oft zu Erblindung, Nierenversagen oder Herzinfarkt führen kann.

Es gibt verschiedene Arten von Diabetes:

  • Typ-1-Diabetes – er tritt vorwiegend im jüngeren Lebensalter auf; bei dieser Form des Diabetes wird überhaupt kein Insulin mehr gebildet
  • Typ-2-Diabetes – hier besteht ein Insulinmangel und die Insulinempfindlichkeit geht verloren, das heißt, die Zellen reagieren nicht mehr auf die Signale des Insulins
    • Typ-2a-Diabetes – bei Normal- und Untergewichtigen
    • Typ-2b-Diabetes – bei fettleibigen Personen
  • Gestationsdiabetes – tritt bei einer Frau zum ersten Mal in der Schwangerschaft auf
  • Andere Diabetesarten – verursacht durch: chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Morbus Cushing, Vererbung, Infektionen, Arzneimittel (Glucocorticoide, Thiazide, ß-Blocker, Nikotinsäure), Chemikalien

Ernährungsempfehlung

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Diabetesbehandlung, deren Hauptziel eine gute Einstellung der Blutglukosekonzentration zur Vermeidung von Folgeschäden ist. Ausgewählte Nahrungsmittel, die den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen sind Topinambur, Zimt, Kaffee, Haferkleie, Ginseng und Nopal.

Ernährung bei Diabetes

  • Vermeidung von schnell absorbierbaren Kohlenhydraten: Kohlenhydratquellen wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind zu bevorzugen.
  • Bevorzugen von Lebensmittel mit hohem Anteil an löslichen Ballaststoffen
  • Bevorzugen von Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index: Äpfel, Artischocken, Birnen, Blattsalate, Brokkoli, Buttermilch, Erdnüsse, Hülsenfrüchte, Kaffee, Karotten, Kraut, Lauch, Paprika, Pfirsiche, Pflaumen, Pilze, Rotkraut, Salatgurken, Tomaten, …
  • Reduktion der Fettzufuhr
  • Vermeidung von Alkohol
  • Eingeschränkte Kochsalzzufuhr

Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern

Eine reduzierte Energiezufuhr hat einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel und die Insulinempfindlichkeit. Oft reicht schon ein Gewichtsverlust von wenigen Kilogramm aus, um eine lebenslange medikamentöse Behandlung zu vermeiden.

Besondere Hinweise

Regelmäßige sportliche Betätigung kann die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin bedeutend erhöhen und kann helfen, den Blutzuckergehalt zu kontrollieren.

Broteinheiten

  • In der Deutschweiz gebräuchlich:

1 Brotwert = 1 BW = 1 Kohlenhydratwert = 10 g verwertbare Kohlenhydrate (oder 1 Gemüse-, Obst-, Milch-Eiweißwert = 10 g verwertbare Kohlenhydrate)

  • In Österreich und Deutschland gebräuchlich:

1 Broteinheit = 1 BE = 12 g verwertbare Kohlenhydrate

  • In der Westschweiz gebräuchlich:

1 équivalent farineux = 25 g Kohlenhydrate 1 équivalent fruit = 15 g Kohlenhydrate 1 équivalent lait = 10 g Kohlenhydrate

Umrechnungsfaktoren:

1 BW = 0.82 BE
1 BE = 1.2 BW
1 équivalent farineux = 2.5 BW
1 BW = 0.4 équivalent farineux
1 équivalent fruit = 1.5 BW
1 BW = 0.67 équivalent fruit
1 équivalent lait = 1 BW

Anwendungsmöglichkeiten von Mikronährstoffen

Anwendungsmöglichkeiten von Mikronährstoffen in der orthomolekularen Medizin sind auf PharmXplorer-Office ausführlich verfügbar

Nährstoffempfehlungen bei Diabetes

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Vitamin C 1000-3000mg Vit.C kann helfen, den Blutzuckergehalt zu

regulieren, kleine Blutgefäße zu stärken und das

Herzinfarktrisiko zu vermindern.

Vitamin E 800 I.E. Es sollte immer in Kombination mit Vit.C genommen werden. Vit. E kann den Medikamentenbedarf reduzieren und besitzt eine schützende Wirkung gegenüber Komplikationen an Augen und Nieren.
Vitamin B-Kplx 50-100 mg Vitamine der B-Gruppe spielen als Coenzyme eine zentrale Rolle im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.
Niacinamid 60-200 mg Niacinamid kann bei neu-diagnostiziertem, juvenilem Diabetes den Insulinbedarf reduzieren und die Zeit ohne Insulinbedarf verlängern.

Achtung: Nikotinsäure, eine andere Form von Niacin, muss vermieden werden, weil diese für Diabetiker schädlich sein kann.

Vitamin B12 50-100 mcg um Nervenschädigungen vorzubeugen
Biotin 9-16 mg Es handelt sich hier um eine therapeutische Dosis, die unter ärztlicher Kontrolle angewandt werden sollte. – Die Einnahme für mindestens 1 Woche kann den Nüchternblutzucker senken.
Alfa-Liponsäure 200-600 mg Verbessert die Glucoseverwertung
Magnesium 300-800 mg Es erleichtert die Regulation des Blutzuckergehaltes und schützt vor Erkrankungen der Herz- und Blutgefäße.
Zink 15-25 mg Es hilft den Blutzuckergehalt zu regulieren und den Arzneimittel- und Insulinbedarf zu reduzieren.
Chrom 200-500 mcg Chrom verbessert die Insulin-Rezeptor-Bindung und die zelluläre Glukoseverwertung.
Selen 100-200 mcg beugt der Entwicklung von Gefäßkomplikationen vor
L-Carnitin Führt bei Typ-2-Diabetes zu einer Verbesserung des Glucosestoffwechsels.
γ-Linolensäre 400-600 mg vermindert Nervenschädigungen
Omega-3-FS 1,5-4 g Sie wirkt senkend auf die Blutfette und schützt die Gefäße.

Quellen

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Biesalski, Hans Konrad; et al.; Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, u.a., 2002.

Winkler, V.; Basisseminar III, Nährstoffakademie Salzburg, Graz, März 2010.

Mukherjee, Biswajit, et al., Toxicology Letters (2004), 150(2), 135-143.;

Hamilton, Elizabeth E., et al., Abstracts of Papers, 232nd ACS National Meeting, San Francisco, CA, United States, Sept. 10-14, 2006.;

http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/modules/index.php?controller=Orthomolekulare;action=suche

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3 Kommentare zu “Orthomolekulare Medizin – Mikronährstoffe zur adjuvanten Behandlung von Diabetes”

  1. Brigitte Busch sagt:

    Eine interessante Seite, wobei mir immer etwas anders wird, wenn ich von so vielen NEM-Empfehlungen lese, die man einfach so nehmen könnte/kann. Wäre es nicht sinnvoll, eine entsprechende Untersuchung vorher zu machen?
    Wichtig wäre vielleicht noch auf dieser Seite anzugeben, ob diese Stoffe im Serum/Vollbild oder in den Erythrozyten bestimmt werden sollen, damit sie aussagekräftig sind. Oder ob z.B. nicht Vitamin B12 im Serum bestimmt wird sondern besser die Methylmalonsäure (Urin, Blut) oder das HOlotranscobalamin.

    Noch etwas ganz anderes: Ich bin Heilpraktikerin und würde mich gerne bei Ihnen anmelden. Wie geht das?

    MfG
    B.Busch

  2. Haas sagt:

    Die Grenze zwischen Nahrungsergänzung und Arzneimittel ist speziell bei den Mikronährstoffen nicht immer eindeutig zu ziehen. Diese Seite dient der Information von PharmazeutINNEN, wie Sie ganz unten lesen können.
    Grundsätzlich empfehlen wir immer zuerst den Arzt zu konsultieren, dann liegen auch die entsprechenden Laborwerte vor.
    Ihre Frage bzgl. Anmeldung werde ich an die entsprechende Stelle weiterleiten.
    MfG E.Haas

  3. Schweiger Klaus sagt:

    Anmeldung auf pharmxplorer.at / office vornehmen

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