Pantothensäure (Vitamin B5) – bei Hautproblemen, Wundheilungsstörungen, Störungen des Fettstoffwechsels

Pantothensäure wurde 1931 von Roger Williams als essentieller Wuchsstoff von Hefen entdeckt. Sie ist ein zu den B-Vitaminen gehörendes wasserlösliches Vitamin. Die biologisch aktive Form der Pantothensäure ist das Coenzym A, das durch eine Koppelung mit ATP und Cystein entsteht.  In der Natur kommt nur das (R)-Enatiomer, die D(+)-Pantothensäure vor, während die (S)-Form keine Vitaminaktivität besitzt.

Der Alkohol, das D-Panthenol ist biologisch aktiv, ebenso wie das Pantethin, ein Derivat der Pantothensäure (auch Bestandteil des Coenzym A).

Vorkommen

Pantothensäure ist in fast allen Lebensmitteln (allerdings meist in geringen Mengen) enthalten. Reich an Vitamin B5 sind Hering (4-9mg/100g), Kalbsleber (7,9mg/100g), Bierhefe (7,2mg/100g), Erdnüsse (2,1mg/100g), Champignons (2,1mg/100g), Weizenkeime (1mg/100g), Roggen- u. Vollkornbrot (1,5-2,5mg/100g).

Vit.B5 ist sehr hitzeempfindlich, daher gehen beim Kochen rund 50% verloren. Auch bei der Verarbeitung von Lebensmitteln (z.B. der Herstellung von Milchprodukten aus Milch) kommt es zu Verlusten.

Stoffwechsel

Die mit der Nahrung hauptsächlich in Form des Coenzyms A aufgenommene Pantothensäure wird im Intestinallumen langsam freigesetzt und im Dünndarm durch passive Diffusion resorbiert. Auf dem Blut- und Lymphweg wird die an Proteine gebundene Pantothensäure zu den Geweben transportiert und in die Zellen aufgenommen, wo sie dann in fünf Reaktionsstufen in Coenzym A umgewandelt wird. Hohe Konzentrationen an Coenzym A finden sich vor allem in Leber, Nebennieren, Nieren, Gehirn, Herz und Testes.

Bedarf

Der genaue Pantothensäurebedarf lässt sich nicht genau angeben, da eindeutige Mangelsymptome erst nach Applikation starker Antagonisten oder bei generell Unterernährten beobachtet werden können.

Maximal: 1000 mg*

Kinder bis 0.5 Jahre: 2 mg

Kinder von 0.5 bis 1 Jahr: 3 mg

Kinder von 1 bis 4 Jahren: 4 mg

Kinder von 4 bis 10 Jahren: 5 mg

Kinder älter als 10 Jahre: 6 mg

Erwachsene: 6 mg

Schwangerschaft: 6 mg

Stillzeit: 6 mg

*Lanzeit-upper safe

1mg Pantothensäure = 1,087mg Calciumpantothenat = 1,1mg Natriumpantothenat
(es handelt sich hier um Schätzwerte; der genaue Bedarf ist noch unbekannt)

Physiologische Bedeutung

Als Bestandteil des Coenzyms A nimmt Vitamin B5 als Acylgruppenüberträger eine zentrale Rolle im gesamten Energiestoffwechsel des Organismus ein. Coenzym A entsteht durch Koppelung von Pantothensäure mit Cysteamin und Adenosindiphosphat (ADP) und kann mit Stoffwechselsäuren aktivierte Verbindungen mit hohem Gruppenübertragungspotential bilden.

Pantothensäure ist beteiligt:

  • Am Abbau von Aminosäuren, Fetten und Kohlenhydraten
  • Bei der Biosynthese von Fettsäuren, Steroiden (Cholesterin, Gallensäuren, Provitamin D, Nebennierenrinden- und Sexualhomone)
  • Bei der Synthese von Häm
  • Bei der Synthese der Neurotransmitter Acetylcholin und Taurin

Beim Fettsäuretransport und bei der Fettverbrennung arbeitet Pantothensäure zusammen mit Coenzym Q10 und L-Carnitin.

Pantethin ist von besonderer Bedeutung für den Lipidstoffwechsel.

Mangel

Schwere Mangelzustände kommen beim Menschen selten vor, da die Pantothensäure fast ubiquitär (“pantos”=”überall”) vorkommt und sie treten meist in Verbindung mit einem Mangel an anderen B-Vitaminen auf. Mangelsymptome sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Depressionen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Dermatitis, Wundheilungsstörungen, Tachykardie, Blutdruckabfall, Anämie, eingeschränkte Immunfunktion, Magen-Darmstörungen, Schleimhautentzündungen (Mund, Nase, Vaginaltrakt), Burning-Feet-Syndrom (brennende Füße).

Ursachen für einen Pantothensäure-Mangel können sein: Alkoholismus, Beriberi, Diabetes, Lebererkrankungen, Malabsorption, Mangel- und Fehlernährung, Reduktionsdiäten, orale Kontrazeptiva, Riboflavinmangel.

Unerwünschte Wirkungen / Toxizität

Nebenwirkungen und Hypervitaminosen treten selbst bei sehr hohen Dosierungen von mehr als 10g/die nicht auf.

Interaktionen

Bei langer Behandlung mit Sulfonamiden kann es zu einem Vitamin B5-Mangel kommen.

Wenn hohe Dosen Vitamin B5 verabreicht werden kommt es zu einer Wirkungsverminderung von Levodopa.

Chronischer Alkohol-konsum bewirkt ebenfalls einen Vitamin B5-Mangel.

Anwendungen

Allergie, Anämien, Arthritis, Darmerkrankungen, Fettstoffwechselstörung, Schleimhautentzündungen, Wundheilungsstörung, Sonnenbrand, Akne;

Siehe dazu http://office.pharmxplorer.at/sec/apo/modules/index.php?controller=Orthomolekulare;action=show;id=46;sub=indikation

Quellen

Gröber, Uwe; Orthomolekulare Medizin, 2.Aufl., Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2002.

Bässler, Karl-Heinz et al., Vitamin-Lexikon, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, u.a., 1992.

Biesalski, Hans Konrad; et al.; Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, u.a., 2002.

Hogen, Hildegard; et al., Der Brockhaus Ernährung, 2. überarb. Aufl., F.A.Brockhaus, Mannheim, u.a., 2004.

Schlieper Cornelia A., Grundfragen der Ernährung, 17., aktual. Aufl., Verl. Dr. Felix Büchner, Hamburg, 2004.

Merk, H.F., Nieder, R.; Proksch, E.; “Entzündliche Dermatosen: Theoretische Grundlagen und therapeutische Ansätze mit Bepanthen Roche” DAZ 00/51 (21-12-2000) (http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/DAZ/).

Gröber, Uwe; Arzneimittel und Mikronährstoffe, Wiss. Verlagsges., Stuttgart, 2007.

Fuchs, Norbert; Mit Nährstoffen heilen, Eine Einführung in die komplexe Orthomolekulare Nährstoff-Therapie, 3.überarbeit. u. erweit. Aufl., Ralf Reglin Verlag, Köln, 2007.

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