Hopfen (Humulus lupulus) – bei Schlaflosigkeit und Unruhezuständen
Der Hopfen ist ein ausdauerndes Schlinggewächs mit rechtswindendem Stängel, das 3 bis 6 m hoch wird und sowohl für die Brauindustrie als auch für die arzneiliche Nutzung von Bedeutung ist. Die Droge stammt ausschließlich aus Kulturpflanzungen, der Hopfen kommt jedoch auch wild in feuchten Gebüschen, an Flussufern, Waldrändern und Hecken vor. Unter Strobuli Lupuli (Hopfenzapfen) versteht man die ganzen Fruchtstände mit vielen Einzelfrüchten, die jeweils hinter einer großen, trockenhäutigen Fruchtschuppe stehen. Glandulae Lupuli sind die kleinen gelben Drüsen, die sich durch Sieben von den frisch getrockneten Hopfenzapfen ablösen lassen.
Indikation
- Nervöse Befindlichkeitsstörungen
- Nervosität und Schlaflosigkeit
- Einschlafstörungen
- Unruhezustände
- Verdauungsstörungen
Wirkung
Die sedative und schlaffördernde Wirkung geht vermutlich auf den Wirkstoff Methyl-3-butenol zurück, der im Körper erst aus den Bitterstoffen Humulon und Lupulon freigesetzt wird.
In Kombination mit Extrakten aus Baldrianwurzel und Passionsblume zeigten Zubereitungen aus Hopfenzapfen in klinischen Studien gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen. Gleiches gilt für Kombinationen aus Hopfenzapfen, Baldrianwurzel und Melissenblatt wie auch für jene aus Hopfenzapfen und Baldrianwurzel.
Inhaltsstoffe
- Ätherische Öl (Myrcen, Caryophyllen, Farnesen) – 0,35%
- Bitterstoffe (Humulon, Lupulon -> 2-Methyl-3-Butenol)
- Proanthocyanidine und Phenolsäuren
- Flavonoide (Quercetin-, Kaempferolglykoside, Chalkone wie Xanthohumol, Desmethylxanthohumol, Dehydrocycloxanthohumol) – 0,5-1,5%
- Phloroglucinderivate
Dosierung
1,5 g Droge (entsprechend 300 mg Extrakt);
Unerwünschte Wirkungen / Toxizität
Unter Therapie mit einem Hopfen-Baldrian-Kombinationspräparat konnte keine Beeinträchtigung bei Aufmerksamkeits- und Reaktionstests festgestellt werden.
Interaktionen
keine bekannt;
Quellen
Schilcher, Heinz, et al., Leitfaden Phytotherapie, 2.Aufl., Urban&Fischer, München, Jena, 2003.
Bucar, F.; Kritische Beurteilung von aktuellen Phytopharmaka und pflanzlichen OTC-Produkten, Vorlesung, SS 2010.
http://office.pharmxplorer.at/
