Musik (Musikament®) – Entspannung bei Schmerzen
Die Wirkung von Musik auf den Körper und die Psyche kann sowohl aktivierend sein (Tanz, Rehabilitation, Stimmung) als auch entspannend (Lösung von körperlicher Verspannung und Beseitigung von psychischen Spannungen wie Angst). Musikament® wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.Prof.Dr. Günther Bernatzky (Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg, Präsident der österreichischen Schmerzgesellschaft) und Mag. Franz Wendtner (Klinischer- und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Qigonglehrer) mit dem Musiker Robert Kovar entwickelt und unter klinischen Bedingungen von Patienten bei akuten und chronischen Erkrankungen zur Schmerzlinderung und Schlafverbesserung verwendet.
Kurzinformation
Präparat Musikament – Entspannung bei Schmerzen® (Hörbuch/Audio CD)
Wirkung Senkung der Herzfrequenz, des Atemvolumens, des Grundumsatzes; Verminderte Freisetzung von Adrenalin, Dopamin, ACTH, Cortisol; Verminderung des Muskeltonus; Anhebung der Schmerzschwelle;
Indikation Fibromyalgie, Polymyalgia rheumatica, Rheumatische Arthritis, Arthrose, Rückenschmerz, perioperative Schmerzen, (Tumorbedingte Schmerzen);
Nebenwirkungen keine
Dosierung 1 mal täglich (25 min 20 sec) im Sitzen oder im Liegen, – im Idealfall mit Kopfhörer;
Musik lindert Schmerzen
Starker akuter Schmerz führt
- über einen Anstieg des Sympathikus zu einem Anstieg von Puls, Blutdruck, zu vermehrter Renin- und Angiotensinausschüttung und in weiterer Folge zu (myokarialer) Ischämie
- zu Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit Hilflosigkeit und in weiterer Folge zu beeinträchtigter Rehabilitation
- zu oberflächlicher Atmung, Atelektasen, Hyperkapnie (erhöhter CO2-Gehalt im Blut), Hypoxämie und in weiterer Folge zu Pneumonie
- zu einem Sinken der Immunkompetenz und in weiterer Folge zu Infektionen, Sepsis und Tumorwachstum
- zu chronischem Schmerz
Puls, Blutdruck, Renin- und Angiotensinanstieg, Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit und Atmung sind durch Musik zu beeinflussen.
Das Hören von Musik Mozarts (20 Minuten pro Tag über einen Zeitraum von 14 Tagen) zeigte bei älteren Arthrose-Patienten eine Verringerung von Schmerzen. Als Mozart-Auswahl dienten das Andantino für Flöte, Harfe und Orchester, KV 299; die Ouvertüre von „Le nozze di Figaro“ KV 492 und der Anfang der Symphonie No.40.
Die Arbeitsgruppe für Neurodynamics&Neurosignaling der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg (Fachbereich für Organisimische Biologie) setzte bei ihren Untersuchungen zur Schmerzreduktion von Patienten Musik ein wie:
- Mozart: Eine kleine Nachtmusik
- Radetzky-Marsch
- Walzer
- L.v.Beethoven: Rondo a capriccio
- “Bobby McFerrin Don’t worry …”
- Music from the Coffee lands
Die besten Ergebnisse für die Schmerztherapie wurden mit der Musik Mozarts erzielt. Der Radetzky-Marsch zeigte eher Erfolge bei der Behandlung von Parkinson-Patienten.
Um eine beruhigende Wirkung auf den Körper zu erzielen ist bei der Wahl der einzusetzenden Musikstücke auf geringe Lautstärke, geringe Lautstärkenänderungen, weiches Pulsieren, Tempo in oder unterhalb der Herzfrequenz, gleichmäßiges Tempo, zweizeitige (gerade) Taktarten, geringen Tonhöhenumfang, enge Intervalle, abwärts gerichtete Intervalle, weiche Klangfarbe, konsonante Zusammenklänge und einfache Harmonik zu achten.
Musiktherapie
Musik wirkt direkt, unter Umgehung unseres Intellektes auf uns Menschen und zählt zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit. Sie kann sehr gut zur Stressreduktion eingesetzt werden.
Musik wirkt entspannungsfördernd, angstreduzierend, stimmungsverbessernd, schlaffördernd und aggressionshemmend. Auf physiologischer (sensori-motor.) Ebene aktiviert sie die Funktionen des Gehörs, löst Reflexe der Muskulatur aus und regt Bewegungsvorgänge an. Auf der emotionalen (affektiven) Ebene aktiviert Musik Gefühle und weckt Erinnerungen an emotional meist positiv gefärbte Erlebnisse der Vergangenheit und auf mentaler (kognitiver) Ebene trainiert Musik das Gedächtnis und regt kognitive Prozesse an, die aus den Beziehungen der Töne das Wechselspiel von Spannung und Entspannung generieren. Abhängig von Lautstärke, Tempo, Tonhöhenumfang und Klangfarbe, kann Musik aktivierend oder beruhigend wirken.
Musiktherapie wird neben der adjuvanten Schmerztherapie auch bei Parkinson, Demenz*, Rehabilitation und auditiven Wahrnehmungsstörungen (Alfred A. Tomatis) eingesetzt.
*Musiktherapie, beziehungsweise das Ausüben wie auch das passive Hören von Musik zeigt einen positiven Einfluss auf Demenzerkrankungen. Musik, insbesondere das Singen, bietet die Möglichkeit der Kommunikation und kann bei bestimmten Liedern und Melodien an das Langzeitgedächtnis anknüpfen und somit eine Brücke – vor allem zu Ereignissen in der Kindheit und Jugend schlagen.
An der Neuropsychologie der Universität Zürich stellte man fest, dass Musizieren massive morphologische Veränderungen im Gehirn verursacht. Musiker haben ein besseres verbales Gedächtnis und ein besseres Arbeitsgedächtnis. Das Ausüben von Musik verbessert die Vigilanz, die Daueraufmerksamkeit und die kognitive Flexibilität.
Quellen
Bernatzky, G.; Musik lindert Schmerzen, Fortbildungsabend der ÖAK, Graz, 21.5.2012.
McCaffrey, R., et al.; Effect auf music on chronic osteoarthritis pain in older people, J. of Advanc. Nurs., 44(5), 517-524, 2002.
Füsgen, Ingo; Musik- und Kunsttherapie bei Demenz, Zukunftsforum Demenz, April 2005, (www.zukunftsforum-demenz.de).
Jäncke, Lutz; Musik, Musikbildung und Hirnforschung, Fachtagung Forum Burgdorf, 22. April 2005. http://www.ais-ag.ch/Dokumente/Jaencke-etc/Vortrag_Jaencke_Burgdorf.pdf (29.9. 2007).

Ich finde deinen Beitrag durchaus interssant, denn auch ich habe mich schon oft mit diesem Thema beschäftigt und ja bis zu einem gewissen Punkt muß ich zustimmen. Musik kann entspannen und Entspannung hilft einfach dabei, sich wohler zu fühleln und somit den SChmerz nicht mehr so intensiv wahrzunehmen. Doch ich denke es wird leider zu oft vergessen, dass Musik eben nicht jeden SChmerz nehmen kann.