Vemurafenib (Zelboral®) – bei metastasierendem Melanom

Mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib, der  seit Mai 2012 lieferbar ist, könnte es zu einem Durchbruch bei der Therapie des fortgeschrittenen malignen Melanoms kommen.

Kurzinformation

Präparat Zelboral®

Wirkstoffgruppe Proteinkinasehemmer,

Wirkmechanismus Hemmung des RAS-RAF-Signalwegs

Indikation BRAF-V600 Mutation-positives nicht resezierbares oder metastasiertes Melanom

Nebenwirkungen Haut (Plattenepithelkarzinome, neue primäre Melanome, die leicht chirurgisch zu entfernen sind), ZNS, Augen, Husten, Magen/Darm, Lichtempfindlichkeit, Schmerzen, Müdigkeit, Enzymanstiege, QT-Verlängerung;

Interaktionen orale Kontrazeptiva (Wirkungsminderung möglich), Warfarin, CYP3A4-Induktoren oder –Hemmer;

Dosierung 2 mal tägl 4 Filmtabl. à 240 mg im Ganzen mit Wasser schlucken; (Dosisreduktion bei QT-Verlängerung oder schweren Nebenwirkungen);

Vemurafenib

Vemurafenib ist ein Serin-Threonin-Kinaseinhibitor, der oral verabreicht wird und selektiv die mutierte BRAF-V600E-Kinase hemmt. Diese neue Behandlungsoption ergab sich aus der Entdeckung der genetischen Aberration der Serin-Threonin-Protein-Kinase-B-raf (BRAF), die zu einer Überaktivität des RAS-RAF-Signalwegs und in der Folge durch die verstärkten Teilungssignale an den Zellkern, zu einem unkontrolliertem Zellwachstum führt. Daher schien es zweckmäßig die Aktivität des mutierten BRAF-Proteins zu blockieren.

Vemurafenib ist seit Mai 2012 am Markt erhältlich und derzeit im Red-Box-Status (eine Packung zu 56 Stk. á 240 mg kostet € 3125,85 – Behandlungsdauer von 7 Tagen).

Standardtherapie bisher

  • Dacarbazin
  • Ipilimumab (Yervoy®)

Melanom

Melanome entwickeln sich meist auf klinisch normaler Haut, entstehen jedoch zu 30% der Fälle auf der Basis eines seit langem bestehenden Muttermals (Naevuszellnaevus). Ein frühzeitig erkanntes Melanom ist im Allgemeinen gut heilbar (durch chirurgische Entfernung), weshalb die Vorsorgeuntersuchung einen großen Stellenwert besitzt. Wurde das erste Stadium jedoch verpasst, zählt das Melanom aufgrund der ausgeprägten und früh einsetzenden lymphogenen und/oder hämatogenen Metastasierung (Lunge, Gehirn) zu den besonders bösartigen Formen von Hautkrebs.

Quellen

Jasek, Wolfgang; Austria-Codex Fachinformation, 65. Aufl., Bd. 1-6, Österr. Apotheker-Verl., Wien, 2010/2011 (online).

Mutschler, E.  et al., Arzneimittelwirkungen, 8., völlig neu bearb. u. erweit. Aufl., wiss. Verl. Ges. mbH, Stuttgart, 2001.

Schubert-Zsilavecz, M; Brennpunktseminar, Graz,  28.3. 2012.

Spreitzer, H.; Vemurafenib – targeted therapy gegen Hautkrebs, ÖAZ, 65, 15, 10, (18.7.2011).

Klement, A.; Erste personalisierte Melanombehandlung: Zeboral®, ÖAZ, 66, 13, 20, (18.6.2012).

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