Vismodegib (Erivedge®) – bei fortgeschrittenem Basalzellkarzinom

Vismodegib

Vismodegib wurde in der ersten Hälfte 2012 von der FDA zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei denen eine Operation nicht in Frage kommt, zugelassen. Der Arzneistoff wird oral verabreicht und wirkt, indem er die Signalweiterleitung im Hedgehog-Signalweg, der bei mehr als 90% aller Basalkarzinome eine Rolle spielt, selektiv hemmt.

Kurzinformation

Präparat Erivedge ®

Wirkstoffgruppe Modulatoren der zellulären Signaltransduktion

Wirkmechanismus Inhibitor des Hedgehog-Signalweges; SMO-(smoothened)-Rezeptor-Antagonist

Indikation fortgeschrittenes/metastasierendes Basalzellkarzinom

Nebenwirkungen Muskelkrämpfe, Haarausfall, veränderte Geschmacksempfindung, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, verminderter Appetit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Gelenkschmerzen;

Interaktionen P-gp-Hemmer (Abciximab, Eptifibatid, Tirofiban), Protonenpumpenhemmer und Medikamente die den pH im Magen erhöhen,

Kontraindikationen Schwangerschaft

Dosierung 1 mal täglich 150 mg p.o.

Vismodegib

Vismodegib wirkt durch eine Hemmung des Hedgehog-Signalweges. Dieser Signalweg ist ein Signaltransduktionsweg, durch den Zellen auf äußere Signale reagieren können und der vor allem während der Embryonalentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Im Erwachsenenalter nimmt seine Bedeutung ab, beim Basalzellkarzinom ist er pathologisch überaktiv.

Mit dem Wirkstoff laufen weitere Studien bei Medullablastom und in Kombination mit Zytostatika bei anderen soliden Tumoren.

Krebstherapeutika

  • Wirkstoffe mit Angriff am DNA-Stoffwechsel: Alkylanzien, Platin-Verbindungen, Interkalierer, Antimetabolite, Folsäureanaloga, Topoisomerase-Inhibitoren
  • Mitose-Inhibitoren: Taxane, Vinca-Alkaloide
  • Modulatoren der zellulären Signaltransduktion: Hormone, Antihormone, Thalidomidanaloga, Retinoide, Tyrosinkinase-Inhibitoren

Basalzellkarzinom

Basalzellkarzinome (Basaliome) zählen speziell in den sonnenreichen Ländern zu den häufigsten Tumoren der Haut. Sie treten vorwiegend im Bereich des Kopfes und in der zweiten Lebenshälfte auf. Als auslösende Faktoren gelten genetische Disposition (geringe Hautpigmentierung) und verstärkte UV-Belastung.

Im Anfangstadium ist das Basalzellkarzinom gut behandelbar, meist durch chirurgische Entfernung. Sollte keine Behandlung erfolgen, bzw. die Erkrankung nach einer Operation erneut auftreten, kann der Krebs weiter in die umgebenden Gewebe eindringen – Sinnesorgane (Augen, Nase, Ohren), Knochen – und sich zum fortgeschrittenen Basalzellkarzinom und in eine metastasierende Form weiterentwickeln.

Quellen

Schubert-Zsilavecz, M; Brennpunktseminar, Graz,  28.3. 2012.

Spreitzer, H.; ÖAZ, 65,14, 10, (4.07..2011).

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Vismodegib

http://www.roche.com/de/media/media_releases/med-cor-2012-01-30.htm

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  1. Haas

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