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Retigabin, Trobalt® – ein neues Antiepileptikum
06.09.2011, von kschweig Noch keine Kommentare

Präparat: Trobalt®
Wirkstoffgruppe: Antiepileptikum
Wirkmechanismus: K-Kanal-Öffner (K-Kanal-Aktivator)
Indikation: Zusatztherapie für fokale Krampfanfälle
Nebenwirkungen: Schwindel, Müdigkeit, Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheitszustände, Gleichgewichts- und Sprachstörungen, Halluzinationen, Dysurie, Harnentleerungsstörungen.
Kontraindikationen: Allergie gegen Retigabin
Halbwertszeit: 7,5 – 9 Stunden
Tagesdosis: Tabletten: Anfangs max. 3 x 100mg täglich
Erhaltungsdosis: 600 – 1200mg täglich
EU-Zulassung: 28. März 2011

Kürzlich berichteten wir bei den zukunftsorientierten Arzneistoffen über Retigabin. Jetzt erfolgte die Zulassung durch die EU.

Retigabin wirkt hauptsächlich auf Kv7.2- und Kv7.3-Kaliumkanäle, verlängert deren Öffnungszeit, führt so zur Hyperpolarisation und vermindert dadurch die erhöhte neuronale Erregbarkeit. Diese Kv7-K-Kanäle finden sich vorwiegend im zentralen und peripheren Nervensystem, aber auch z.T. in der gastrointestinalen Muskulatur und Urogenitaltrakt.
Bezüglich der Dosierung ist zu sagen, dass diese individuell angepasst werden muss.

Literatur:
Information der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (30. Mai 2011)

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2011/05/23/antiepileptikum-retigabin.html

http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/001245/human_med_001431.jsp&murl=menus/medicines/medicines.jsp&mid=WC0b01ac058001d124

Retigabin – ein neues Antikonvulsivum
19.05.2010, von kschweig 3 Kommentare

retigabin1Anwendung: Epilepsie

Man geht davon aus, dass etwa 5% aller Menschen zumindest einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall erleben. Sollten jedoch wiederholt Anfälle auftreten, spricht man von der chronischen Anfallserkrankung oder Epilepsie, wovon etwa 1% der Bevölkerung betroffen ist. Damit stellt Epilepsie die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems dar. Epileptische Anfälle werden durch eine plötzliche extreme Aktivitätssteigerung der Nervenzellen im Gehirn hervorgerufen. Dadurch kommt es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns. Epilepsie stellt allerdings einen Oberbegriff von verschiedenen anfallsartig verlaufenden, chronisch rezidivierenden Krankheiten dar, die auf einer Übererregbarkeit zentraler Neurone und damit einer Erniedrigung der Krampfschwelle beruhen und mit abnormen motorischen Reaktionen und/oder Bewusstseinsstörungen bzw. Bewusstseinsverlust sowie teilweise auch verstärkten vegetativen Reaktionen einhergehen. Es ist zwar so, dass Epilepsien in jedem Alter auftreten können, in der Regel tritt allerdings die Erstmanifestation zu 50 % noch vor dem 10. Lebensjahr auf.
Zu den therapeutisch wichtigsten Möglichkeiten die Epilepsie symptomatisch zu behandeln, gehört neben der Beeinflussung spannungsabhängiger Natrium-Kanäle der Eingriff in das GABAerge System. » Weiterlesen …