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Pioglitazon (Actos®) – Hinweis auf Erhöhung des Risikos für Blasenkarzinom bei Männern?
21.07.2011, von ehaas 1 Kommentar

In Frankreich wurden Pioglitazon-hältige Arzneimittel (sie führen zu einer Verminderung der Insulinresistenz bei Typ-II-Diabetes) vom Markt genommen.

Grund der Marktrücknahme in Frankreich war eine umfassende französische Studie, die Hinweise ergab, dass das blutzuckersenkende Medikament zu einem leichten Anstieg des Blasenkarzinom-Risikos bei Männern führt. » Weiterlesen …

Rosiglitazon (Avandia®, Avandamet®, Avaglim®)
24.09.2010, von ehaas 1 Kommentar

Der Humanarzneimittelausschuss der EMA hat nach neuerlicher Prüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses die Ruhendstellung der Zulassung von Rosiglitazon empfohlen (24. September 2010). » Weiterlesen …

SGLT2-Inhibitoren Canagliflozin und Dapagliflozin : Neue Diabetes-Therapeutika ?
30.08.2010, von kschweig Noch keine Kommentare

glukosetransport1Die Anzahl der Typ-2-Diabetiker nimmt ständig zu. Dies veranlasst die pharmazeutische Industrie, nach neuen Ansatzpunkten der Diabetesbehandlung zu forschen. Hierbei werden derzeit Arzneistoffe, die die SGLT-Proteine (Sodium dependent GLucose Transport) beeinflussen, klinisch getestet. Für die Rückresorption der Glukose im proximalen Tubulus der Nephrone zeichnen zwei Typen von Transporterfamilien verantwortlich: SGLT1- und SGLT2-Proteine. Während die SGLT1- Transporter, die für 10 % der Glukoserückresorption verantwortlich sind,  pro Molekül Glukose 2 Na-Ionen rückresorbieren,  transportieren die SGLT2-Transporter (90 %ige Rückresorptionsquote) Glukose und Na-Ionen im Verhältniss 1:1 (a. Abbildung). Die Diffusion der Glukose aus der Tubuluszelle in das Interstitium erfolgt durch die transmembranären Glukose (GLUT) -Transporter (s. Abb1). Entscheidend für die Entwicklung von spezifischen SGLT-2-Inhibitoren ist auch die Tatsache, dass die SGLT1-Transporter eine wesentlich höhere Affinität zur Glukose aufweisen als die SGLT2-Transporter.

glukosetransport21Wird nun durch SGTL2-Hemmer der renale natriumabhängige Glukosetransporter Typ 2 blockiert, so kommt es  zur erhöhten Glukoseauscheidung im Harn, wobei die Blutglukosewerte bis zu 30 mg/dl gesenkt werden. Die Hemmung des SGLT2-Proteins funktioniert unabhängig von der Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse, auch wenn diese kein Insulin mehr produziert. Ebenfalls unbeeinträchtigt bleibt die Wirkung der SGLT2-Transporter von einer etwaig bestehenden Insulinresistenz. Auch die Gefahr einer Hypoglykämie ist nicht gegeben, da die SGLT1-Transporter, die eine höhere Affinität zur Glukose aufweisen, von den SGLT2-Hemmern nicht beeinflusst werden: Es wird immer genügenden Glukose resorbiert. Durch die Nicht-Beeinflussung der SGLT1-Proteine ist auch die Gefahr der Störung des Elektolythaushaltes nicht gegeben. Ein weitere Vorteile durch die Hemmung der SGLT2-Proteine ist der  Kalorienverlust durch die erhöhte Ausscheidung von Glukose.

canaglifozin1dapagliflozinMomentan befinden sich 2  SGLT2-Inhibitoren in klinischen Studien: Dapagliflozin (Bristol-Myers Squibb) sowie Canagliflozin (Johnson&Johnson). Welche Auswirkungen eine längerwirkende Glukosurie haben wird, ist Gegenstand weiterer klinischer Untersuchungen. Bislang wurde eine häufigere Infektion des Urogenitaltraktes festgestellt als unter Plazebotherapie. Dies könnte mit dem erhöhten Glukosegehalt des Urins erklärt werden, der für das Wachstum von Mikroorganismen vorteilhaft ist.

Lit: http://www.diabetologe.de

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5836

Medizin. Monatszeitschrift f. Pharmazeuten, Jhg.33, Heft 8, 280